Besser Mieten als Kaufen?

Der Wunsch nach der eigenen Immobilie hat sich in vielen deutschen Köpfen festgesetzt. Kein Wunder- immerhin ist man nach einigen Jahren schuldenfreier Besitzer von beispielsweise einer Eigentumswohnung, kann dort umsonst wohnen und muss nie wieder um ein Dach überm Kopf sorgen. Doch unterm Strich muss der Kauf einer Immobilie nicht immer günstiger und rentabler sein als Mieten.

Hohe Kaufnebenkosten bei Eigentumswohnungen

Beim Blick auf den Kontoauszug wird schnell deutlich, dass die monatliche Miete meist den Großteil des Haushaltsbudgets einnimmt. Deshalb stellen sich viele die Frage, ob es nicht auf Dauer rentabler wäre, selbst Besitzer einer Eigentumswohnung zu sein und das Geld lieber als Vermögensaufbau in die eigenen vier Wände zu investieren. Die Entwicklung von Immobilienpreisen wirft allerdings einen Schatten auf diese Überlegung. In den sieben größten Städten Deutschlands haben sich die Immobilienpreise zwischen 2010 und 2017 beinahe verdoppelt. Die erste Frage, die man sich stellen muss ist also, ob es am gewünschten Standort überhaupt noch bezahlbare Eigentumswohnungen gibt. Neben dem reinen Kaufpreis warten auf den zukünftigen Eigentümer außerdem die Grunderwerbsteuer, die sich in Hessen auf ganze sechs Prozent beläuft. Für Notar und Grundbuch fallen zusätzlich um die zwei Prozent an. Kauft man also eine Eigentumswohnung für 390.000 Euro, so würde das einen zusätzlichen Aufschlag von 31.200 Euro bedeuten.

Vorteile, die Mieter genießen

Grundsätzlich ist die Frage nach Mieten oder Kaufen natürlich eher eine Frage nach den persönlichen Vorlieben. Während Besitzer von Eigentumswohnungen sicherlich einige Vorteile genießen, so ist aber auch das Leben als Mieter nicht ganz zu verachten. Immerhin zahlt man mit der Miete die volle Nutzung und Abnutzung der Wohnung und muss sich bei Schäden nicht selbst um Reparaturen und die damit einhergehenden Kosten kümmern. Unvorhergesehene Ausgaben sind als Eigentümer deutlich häufiger zu erwarten als bei Mietern. Außerdem für das Mieten spricht natürlich die Unabhängigkeit. Gerade bei Bewohnern, die beruflich flexibel sein müssen, macht die Anschaffung einer Eigentumswohnung wenig Sinn, ebenso wenig, wenn in den nächsten Jahren ein Umzug im Raume steht oder noch keine Sesshaftigkeit geplant ist. Auch die Familienplanung spielt hier natürlich eine Rolle, bekanntlich kommt es ja immer anders als man denkt.

Wie erwähnt, muss natürlich jeder persönlich die Entscheidung treffen, ob er lieber Eigentümer oder Mieter sein möchte. Da die Seite der Eigentümer allerdings mit dem (sicherlich gerechtfertigten) Argument des selbstständigen Einkommens wirbt, müssen im Gegenzug auch die Vorteile als Mieter bedacht und auf die eigene Berufs- und Lebenssituation projizieren.

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