Bestellerprinzip – Wer zahlt die Provision?

Die Kaufnebenkosten beim Haus- oder Wohnungskauf sind erheblich. In der Summe aus Maklergebühren, Grunderwerbsteuer und Notar- und Grundgebühren machen sie circa 15% des gesamten Kaufpreises aus, zusätzlich zum ohnehin hohen Kaufpreis. Gerade für junge Käufer bildet dies oft eine unüberwindbare Hürde und schreckt vor der Investition in eine Immobilie ab. Hier soll das Bestellerprinzip nun Abhilfe leisten.

Was ist das Bestellerprinzip

Das Bestellerprinzip bezieht sich auf den Immobilienmakler und besagt, dass dieser von demjenigen bezahlt werden soll, der ihn engagiert hat. In der Regel betrifft das hier den Verkäufer. Bislang werden die Maklergebühren in den meisten Bundesländern zwischen Käufer und Verkäufer geteilt, in Berlin, Bremen, Hamburg, Hessen und Brandenburg trägt der Käufer die Kosten jedoch allein. Seit Juni 2015 existiert das Bestellerprinzip bereits bei Vermietungen, davor wurden die Kosten trotz Auftragsstellung des Vermieters vom neuen Mieter übernommen.

Was sagt die Politik

Bundesministerin der Justiz und SPD-Vorstandsmitglied Katarina Barley gilt als Bestreiterin des Prinzips für Wohnungs- und Hauskäufe. Laut ihrer Aussage wird geprüft, ob sich das Bestellerprinzip überhaupt auf Immobilienkäufe übertragen lässt. Auch die Grünen und die Linken sprechen sich dafür aus. Makler und Eigentümerverbände sehen die Thematik allerdings kritisch. Sie sind zwar der Meinung, dass die Maklerkosten stellenweise viel zu hoch sind und fordern, dass der Staat rechtlich gegen Preisabsprachen unter Maklern vorgeht. Die Politik sollte aber lieber „vor ihrer eigenen Haustür kehren und auf die Grunderwerbssteuer verzichten“, so der Verbandspräsident Kai Warnecke des Eigentümerverbandes Haus und Grund.

Makler schrecken auf

Makler kritisieren das Bestellerprinzip für Immobilienkäufe unter einem wichtigen Gesichtspunkt: Die Verkäufer könnten die Maklerprovision auf den Kaufpreis aufschlagen, um so die ihnen auferlegten Kosten zu umgehen. In diesem Fall hätte das Bestellerprinzip für den Käufer also eher Schaden als Nutzen. Kleinere Maklerbüros bangen durch das Bestellerprinzip im Übrigen um ihr Aus. Während in der Vergangenheit wenige Abschlüsse mit entsprechend hoher Courtage für den Jahresumsatz ausreichend waren, würden Verkäufer nun vermutlich über die Höhe der Provision verhandeln und damit die Existenz eben dieser Büros gefährden. Größere Maklerbüros sprechen sich allerdings für das Bestellerprinzip aus. Sie erhoffen sich Transparenz und Klarheit im Preisleistungsverhältnis, um somit ein besseres Image ihrer Branche zu erlangen.

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