Die Falle des Eigenheim

Viele haben den Traum vom Eigenheim, viele leben ihn. Kein Wunder, immerhin haben die Zinsen für Immobilien gerade historisch ihre Tiefphase erreicht. Vor allem für junge Familien ist deshalb sowohl der Erwerb als auch der Bau der eigenen vier Wände im Moment besonders attraktiv. Doch Vorsicht ist geboten. Die Kosten gestalten sich am Ende oftmals höher als angenommen.

Die Zeiten ändern sich

Günstige Darlehen für Immobilien sind derzeit in aller Munde, überall hört man davon, wie sehr Käufer genau jetzt von der Investition in ihr Eigenheim profitieren. Doch wie lange bleibt das so? Kritiker warnen schon jetzt vor einer Immobilienblase, die bei Platzen einen enormen Wertverlust der Immobilien mit sich bringt. Fakt ist außerdem, dass die deutsche Bevölkerung sich in einem demographischen Wandel befindet. Die Bürger werden älter, die Bevölkerung unterm Strich kleiner. Ganze Wohnlandschaften könnten bald schon der Vergangenheit angehören, die Rede ist von sogenannten Schrumpfregionen. Schrumpfregionen entstehen, wo beispielsweise eine hohe Landflucht herrscht, die Nachfrage wird geringer und damit sinkt der Wert der Immobilien. Die Lokalität ist vor dem Erwerb des Eigenheims also auf jeden Fall zu beachten.

Versteckte Kosten beim Bau

Bauträger arbeiten gerne unter zwei Aspekten. Viel und schnell. Um Käufer zu locken werden deshalb oftmals die Kosten eines Baus heruntergerechnet, auf kommen sie erst wieder während dem Bau oder danach, wenn die emotionale Bindung zum Eigenheim bereits vorherrscht. Die wenigsten Bauherren verrichten ihre Arbeit mittlerweile in Zusammenarbeit mit Architekten. Die Folge: mangelhafte Qualität und Pfusch am Bau durch Nicht-Fachmänner. Gerade letzteres bedeutet für den Eigentümer des Hauses hohe Kosten für Reparaturen, die oftmals erst nach Jahren auffallen und anfallen. Auch die pünktliche Fertigstellung des Eigenheims spielt eine große Rolle. Bei Verzögerungen legen Banken nämlich gern Bereitstellungszinsen auf. Im besten Fall wird vor dem Hausbau eine Bank gewählt, die eine ausreichend lange „bereitstellungsfreie“ Zeit bietet. Erwähnenswert ist auch, dass das Wort „schlüsselfertig“ nicht gleich bezugsfertig bedeutet. In der Regel muss das Eigenheim noch an das öffentliche Netz, also Strom, Gas, Wasser und Abwasser angeschlossen werden. Die Kosten hierfür trägt der Käufer, ebenso wie die Grundgebühren dafür oder andere Gebühren wie Müllentsorgung.

Wenn die Kapitalanlage nach hinten losgeht

Wer sich dafür entscheidet, sein Eigenheim oder Teile davon zu vermieten, verspricht sich in der Regel eine gesicherte Altersvorsorge. Doch hier kann man schneller Verluste machen als man denkt. Das Leerstehen einer Wohnung bei Mieterwechsel kann sich fatal auswirken, wenn man wie so häufig mit der einkommenden Miete sein Darlehen abbezahlt. Auch Reparatur- und Instanthaltungskosten kommen immer wieder auf, vor allem mit zunehmendem Alter der Immobilie, ganz zu schweigen von laufenden Kosten wie etwa der Hausverwaltung.

Vor Bau oder Erwerb des Eigenheims gilt es also einiges zu beachten und zu hinterfragen. Am wichtigsten ist das Prüfen von Bauherren und -firmen und die Wahl des Standortes. Außerdem sollte man in Erwägung ziehen, eine erfahrene Baubegleitung einzustellen, die die Arbeiten während dem Bau des Eigenheims auf Qualität prüft. Auch diese bedeutet zusätzliche Kosten, allerdings erspart sie versteckte Kosten im Nachhinein.

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