Drohende Nachrüstungspflichten beim Kauf von Altbauten

Erwirbt man eine Immobilie, so geht man im ersten Moment davon aus, dass man damit tun und lassen kann, was man möchte. Immerhin handelt es sich um Eigentum. Allerdings verpflichtet man sich als Eigentümer zur Instandhaltung und Modernisierung- und diese ist eben gesetzlichen Regeln untergeordnet. Gerade beim Erwerb von Altbauten müssen Eigentümer deshalb oft tiefer in die Tasche greifen als anfangs gedacht, da die meisten vor allem energetisch nachgerüstet werden müssen.

Austauschpflicht rechnet sich langfristig für Eigentümer

Innerhalb von zwei Jahren nach dem Kauf muss der Käufer sein Eigentum nachrüsten. Das sagt auf jeden Fall der Gesetzgeber, genauer gesagt die Energieeinsparverordnung (EnEV). Wird eine Immobilie gekauft, sollte man sich also darüber im Klaren sein und Extra-Kapital für die Nachrüstung einplanen. Eine Austauschpflicht trifft Öl- und Gas-Standardheizkessel. Diese müssen gesetzmäßig ausgetauscht werden, wenn sie länger als 30 Jahre in Betrieb sind. Experten zufolge ist dies aber kein Grund sich zu ärgern, da die Geräte meist sowieso nicht mehr ordnungsgemäß laufen, wenn sie dieses Alter einmal überschritten haben. Peter Pannier von der Deutschen Energie-Agentur (dena) rät: „Bei der Heizungsmodernisierung sollten Effizienzsteigerungen und der Einsatz von erneuerbaren Energien miteinander verbunden werden.“ Demnach werden die Gerätschaften nach dem Austausch also nicht nur langfristig günstiger und effizienter, man koppelt sein Eigentum auch noch an den Umweltschutz.

Ausnahmen bestätigen die Regel

Doch nicht jeder muss sein Eigentum nach Erwerb gleichermaßen nachrüsten. Die EnEV legt einige Ausnahmen fest, für die die Nachrüstungspflicht nicht zutrifft. Niedertemperatur- und Brennwertkessel mit einem hohen Brennwert, kleine Anlagen mit einer Nennleistung von weniger als vier Kilowatt sowie Anlagen in Mehrfamilienhäusern mit mehr als 400 Kilowatt Nennleistung sind von der Pflicht ausgeschlossen. Auch nicht gedämmte, zugängliche Heizungs- und Warmwasserleitungen sowie Armaturen in nicht beheizten Räumen des Eigentums müssen nicht gedämmt werden, ebenso wie die oberste Geschossdecke, wenn sie nicht die Anforderungen an den Mindestwärmeschutz erfüllt und an einen unbeheizten Dachraum grenzt. Dabei kann der Eigentümer wählen, ob er die oberste Geschossdecke oder das darüber liegende Dach dämmen möchte. Tatsächlich kann man sich über einen Antrag von der Nachrüstungspflicht befreien lassen, hierbei gehen die Meinungen allerdings gerne auseinander, da die Gründe für eine Befreiung wirtschaftlich sein müssen.

Generell sollten sich Hausbesitzer individuell darüber informieren, wie genau und wann ihr Eigentum nachgerüstet werden muss. In manchen Fällen kann ein Blick in den Energieausweis geworfen werden, der bei Erwerb des Eigentums mit übergeben werden muss, ansonsten kann man sich über allgemeingültige Nachrüstungsregelungen der EnEV informieren. Dies wird dringend empfohlen, immerhin drohen in manchen Fällen des Verstoßes Bußgelder von bis zu 50.000 Euro.

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