Droht uns eine Immobilienblase?

Die Investitionen in Immobilien nehmen in Deutschland zu. „Betongold“ gilt als gewinnbringende Altersvorsorge, die Kredite bleiben günstig. Doch wird genau dieser Vorteil uns bald zum Verhängnis? Das Risiko besteht. Das Schlagwort Immobilienblase steht wie ein Elefant im Raum.

Was ist eine Immobilienblase

Eine Immobilienblase ist eine Sonderform der Spekulationsblase. Diese entsteht, wenn der Käufer überteuerte Preise bietet, um Zuschläge für ein bestimmtes Gut zu erhalten. Auf den Immobilienmarkt übertragen bedeutet dies also, dass eine hohe Nachfrage nach Immobilien herrscht, ebenso wie günstige Finanzierungsmöglichkeiten. Die Reaktion darauf ist das Anziehen der Preise seitens des Angebotes. Von einer Immobilienblase ist allerdings erst ab dem Überschreiten der Refinanzierung die Rede, in Deutschland sind dies 30 Jahresmieten ortsüblicher Durchschnittsmiete. Ab dem Überschreiten dieser Schwelle gilt eine Immobilie offiziell als überteuert.

Risiko besteht

Die Voraussetzungen für eine Immobilienblase sind in Deutschland vor allem in Ballungszentren gegeben. Neubautätigkeiten steigen an und Kreditvergaben an Privathaushalte nehmen zu. Ursache sind die niedrigen Zinsen bei Baukrediten. Diese erfreuen nämlich nicht nur den Kreditnehmer, durch die steigende Nachfrage sehen auch Banken darin ihren Vorteil. Es ist außerdem kein Geheimnis, dass Miet- und Kaufpreise in Deutschland zunehmend ansteigen, unter der Sorge von Experten, dass die Immobilienpreise schneller nach oben gehen als Löhne und Einkommen. Das Preiswachstum ist exponentiell, also Jahr für Jahr höher. Vorzeigebeispiel hierfür ist die bayrische Landeshauptstadt München. Hier haben die Preise sich im vergangenen Jahrzehnt verdoppelt. Die Lage bleibt weiterhin bei der Beliebtheit von Immobilien entscheidend, durch Platzmangel weiten sich Ballungszentren ins Umland aus und erreichen schließlich ländliche Regionen. Die Preise steigen auch hier, ein weiteres Indiz für eine Immobilienblase.

Grund zur Sorge

Banken und Experten raten zwar zur Vorsicht, dennoch sind sie optimistisch. Obwohl das Risiko einer Immobilienblase bestehe, gäbe es keine Anzeichen der Überschuldung, wie die Deutsche Bundesbank betont. Außerdem bleibt die Nachfrage nach Immobilien hoch und die Banken haben Mitspracherecht, wer überhaupt einen Kredit bekommt. Anders als 2008, als das Platzen der Immobilienblase in den USA eine Finanzkrise auslöste, wird in Deutschland eine gute Bonität der Kreditnehmer vorausgesetzt, um eben so eine Katastrophe zu verhindern. Außerdem wählen viele Kreditnehmer längere Laufzeiten für ihre Kredite, eine Zinswende würde sich also erst verspätet auswirken und keine plötzliche Verschuldung bedeuten, sollten die Zinspreise sich wieder erhöhen.

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