Erbschaftssteuer auf Grundbesitz

Wird eine Immobilie geerbt, muss Erbschaftssteuer bezahlt werden. Wie hoch diese ausfällt, hängt immer individuell vom Verwandtschaftsgrad zum Verstorbenen und der Steuerklasse ab. Grundsätzlich muss aber zunächst immer innerhalb von drei Monaten nach dem Tod eines Menschen das Finanzamt über die Erbschaft informiert werden. Andernfalls kann das Finanzamt die Erbschaftssteuer auch nach Jahren rückwirkend einfordern oder sogar ein Strafverfahren wegen Steuerhinterziehung einleiten.

Der Freibetrag

Jedem Erbe steht grundsätzlich ein Freibetrag zu, auf den keine Steuern bezahlt werden müssen. Der Freibetrag wird vom Wert des Geerbten abgezogen und erst auf die übrigbleibende Summe wird vom Finanzamt Erbschaftssteuer erhoben. Je nach Verwandtschaftsgrad und Steuerklasse fällt der Freibetrag unterschiedlich hoch aus. Ehegatten und eingetragene Lebenspartner bekommen laut Gesetz einen Betrag von 500.000 Euro zugesprochen, Kinder und Stiefkinder 400.000 Euro. Der Freibetrag der Erbschaftssteuer bei Enkeln beläuft sich auf 200.000 Euro, bei Eltern und Großeltern auf 100.000 Euro. Alle übrigen Erben erhalten den geringsten Freibetrag von 20.000 Euro. Je nach dem Erbschaftsrecht werden Erben außerdem in drei Steuerklassen eingeteilt, für die jeweils unterschiedliche Erbschaftssteuersätze vom Finanzamt erhoben werden. So fallen Ehegatten, Stiefkinder, Kinder, Enkel, Urenkel, Eltern und Großeltern unter die Steuerklasse I. Steuerklasse II bilden Geschwister, Neffen, Nichten, Stiefeltern, Schwiegereltern und -kinder und geschiedene Ehegatten, während alle weiteren Erben in Steuerklasse III fallen.

Wert der Immobilie

Der Wert der Immobilie, der wichtig für die Bestimmung des Freibetrages und damit der Höhe der Erbschaftssteuer ist, wird über die Grundvermögensbewertungsverordnung durch das Finanzamt bestimmt, allerdings kann jederzeit ein Gutachten zum durchschnittlichen Marktwert angefertigt lassen werden, die Kosten trägt allerdings der Erbe selbst. Für die Bewertung spielen Kriterien wie Größe, Nutzungsmöglichkeiten, Lage und Modernisierungsstand eine große Rolle. Sachwertverfahren, Vergleichswertverfahren und Ertragsverfahren bilden das Resultat: den Marktwert der Immobilie.

Steuerfrei erben

In zwei Ausnahmefällen muss keine Erbschaftssteuer bezahlt werden. Zum einen bleibt man als verwitweter Ehepartner steuerfrei, unter der Voraussetzung, mindestens zehn Jahre in der Immobilie wohnhaft zu bleiben. Ähnlich ist es als Kind des Erben. Auch hier muss man zehn Jahre im Haus oder der Wohnung wohnen, um steuerfrei zu erben, allerdings gilt bei Kindern eine Obergrenze von 200 Quadratmetern Wohnfläche. Zieht man vor Ablauf dieser zehn Jahre aus um das Haus zu verkaufen oder zu vermieten, so muss rückwirkend Erbschaftssteuer bezahlt werden.

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