Fehlende Büroräume treiben Unternehmen aus Großstädten

In Deutschlands Großstädten herrscht nicht nur Mangel an Wohnräumen, auch Büroflächen werden zunehmend knapp. Deshalb mussten schon einige Firmen aus Großstädten weichen und das Umland in Anspruch nehmen. In der Großstadt selbst herrscht weiterhin Kampf um die heißbegehrten Räumlichkeiten.

Nicht nur Büroflächen sind Mangelware

Im Zuge des Frühlingsgutachtens des Verbands für Immobilienwirtschaft ZIA wurden 68 deutsche Großstädte mit mehr als 100.000 Einwohnern untersucht und festgestellt, dass 35 Großstädte in Deutschland quasi vollvermietet sind. Das bedeutet, dass ein Leerstand von weniger als drei Prozent vorherrscht. Demnach müssen Großstädte wohl damit rechnen, dass Unternehmen zunehmend ins Umland abwandern. Dem Gutachten zufolge fehlen aber nicht nur Büroflächen, sondern auch Lagerflächen und Wohnraum. Letzteres kann daran liegen, dass Baukindergeld und Steuerboni die Kaufpreise für Häuser und Wohnungen in Großstädten abermals um mehrere Prozent haben steigen lassen.

Genug Büroflächen in Düsseldorf und Frankfurt

Der Mangel an Büroflächen ist vor allem in München und Berlin besonders drastisch. Hier liegen nur jeweils 1,5 und 1,7 Prozent Leerstand vor, auch in Stuttgart und Köln ist die Lage kritisch. Düsseldorf und Frankfurt am Main sind mit 6,8 und 7,6 Prozent noch ein gutes Stück von einer Vollvermietung entfernt. 2018 wurde von deutschen Unternehmen mit 28,8 Milliarden Euro etwa ein Fünftel mehr in Büroflächen investiert als noch 2017. Wirft man einen Blick auf Wohnimmobilien, so lassen sich zwischen den deutschen Großstädten starke Unterschiede beobachten. In ganzen 48 Städten lag die Leerstandsquote im letzten Jahr bei unter drei Prozent, die Mieten allerdings stiegen. Laut Gutachten gibt es die meisten Leerstände in Münster, wo die Quote bei 0,5 Prozent liegt. In Salzgitter und Chemnitz sind es hingegen über acht Prozent.

Welche Konsequenzen folgen?

Der geringe Bestand an Büroräumen macht sich natürlich auf dem gesamten Immobilienmarkt bemerkbar. Deutlich wird die Problematik zum Beispiel, wenn ursprünglich für Wohnungen geplante Räumlichkeiten als Büroflächen verwendet werden. In einem Fall in Erfurt wurde der auf Wohnen spezialisierte Entwickler „Die Wohnkompanie Rhein-Main“ Opfer einer solchen Situation. Das Bauland war ursprünglich für neuen Wohnraum gedacht, der Bebauungsplan des Grundstücks allerdings eignete sich sowohl für gewerbliche als auch für wohnliche Nutzung. Die Pläne des Entwicklers für Wohnungen wurden verworfen, auf dem Grundstück sollen nun Büroflächen entstehen. Der Kampf um Immobilien und Grundstücke in den Innenstädten spitzt sich zu, sowohl Wohnungen als auch Büroräume brauchen Platz.

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