Geldwäsche: So schmutzig ist der deutsche Immobilienmarkt

Der deutsche Immobilienmarkt bietet für viele Kriminelle einen Platz, ihr Geld zu waschen. Einer Studie zufolge stieg die Summe insgesamt an. Woher genau das Geld stammt ist unklar, lediglich, dass es aus dem Ausland kommt ist bekannt. Eine Aufstockung des „Financial Intelligence Unit“ (FIU) soll helfen.

Geld stammt wohl mitunter von der italienischen Mafia

In Deutschland wird zunehmend illegales Geld in Immobilien investiert. Allein 2017 sein es laut einer Studie der Organisation Transparency International mehr als 30 Milliarden Euro gewesen. Es handelt sich wohl vermehrt um ausländisches Geld, die genaue Herkunft ist jedoch unklar. Hinweise italienischer Ermittler allerdings deuten darauf hin, dass gerade Mitglieder der Mafia erhebliche Summen Geld am deutschen Immobilienmarkt reinwaschen wollen. Das Geld stammt wohl mitunter aus dem Kokainhandel. Fabio de Masi, Finanzexperte der Linksfraktion im Bundestag sprach gegenüber der Nachrichtenagentur dpa von einem enormen Dunkelfeld.

Makler und Notare melden kaum Verdachtsfälle

Aus der besagten Studie geht außerdem hervor, dass der deutsche Immobilienmarkt allein wegen seiner Größe ein geeignetes Feld für Geldwäsche bietet. Allerdings gibt es keine offizielle Zahl, die belegt, wie viele Grundstücke und Immobilien tatsächlich ausländischen juristischen Personen gehören. Ein existierendes Transparenzregister sei unvollständig und „habe zu viele Schlupflöcher“. Grund dafür ist wohl, dass Makler und Notare kaum verdächtige Fälle melden und damit kaum einen Beitrag zur Bekämpfung von Geldwäsche über den Immobilienmarkt leisten. Von den knapp 60.000 gemeldeten Verdachtsfällen im Jahr 2017 stammten nur etwa 20 von Immobilienmaklern.

FIU soll helfen, wird aber scharf kritisiert

Die Regierung will eingreifen. Eine Aufstockung des „Financial Intelligence Unit“, kurz FIU um bis zu 475 Mitarbeiter soll der illegalen Geldwäsche die Stirn bieten. Bislang wird die FIU allerdings scharf kritisiert. Ermittler und Beamte sehen schwarz und bezeichneten die FIU in der Vergangenheit als „blind und taub“. Recherchen des Onlineportals Spiegel zufolge bleiben Hinweise von Banken zu lange unbearbeitet, Personal und IT sind nicht ausreichend ausgestattet und der Zugang zu wichtigen Datenbanken der Landeskriminalämter sei schlicht und einfach nicht vorhanden. Zudem werden Polizei und Staatsanwaltschaft wohl oft zu spät informiert und mit Informationen ausgestattet, mit denen sie laut Spiegel relativ wenig anfangen können.

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