Gerichtsfälle zwischen Mietern und Vermietern nehmen ab

Ob es nun um Schimmel, Eigenbedarf oder Mieterhöhung geht- zehntausendfach zieht es jährlich Mieter und Vermieter zum Prozess. Doch die Zahl Mietstreits nimmt ab, mit 226.933 Verfahren sank die Zahl der Prozesse seit 2016 um rund 20.000 und damit auf den niedrigsten Stand seit der Wiedervereinigung. Unterm Strich treffen sich beide Parteien also viel seltener vor Gericht, und das trotz der vielerorts steigenden Mieten.

Rechtsberatung entschärft Mietstreits

Dass die Zahl der Mietstreits, die vor Gericht endeten seit den späten Neunziger-Jahren um gut ein Drittel gesunken ist, halten viele Experten der verbesserten Rechtsberatung zugute, die viele Mietvereine anbieten. 2016 nahmen rund 1,1 Millionen Mieter diese Beratungen in Anspruch, 2017 sogar nur etwa eine Millionen und in beiden Jahren konnten ganze 97 Prozent der Mietstreits außergerichtlich gelöst werden. Laut Mieterbund lassen sich die Deutschen zu gut einem Drittel über die Betriebskostenabrechnung beraten, etwa halb so oft um Wohnungsmängel. Knapp jeder achte Klient nahm die Rechtsberatung wegen Mieterhöhung in Anspruch. Statistiken belegen allerdings, dass es in Großstädten häufiger zu Mietstreits wegen Mängeln und Mieterhöhungen kommt als im bundesweiten Durchschnitt.

Mehr denn je leben ihm Wohneigentum

Ein weiterer Grund für die sinkenden Gerichtsfälle sind die steigenden Eigentümerzahlen. Da mittlerweile mehr Menschen denn je in ihren eigenen vier Wänden wohnen, kommt es natürlich zu keinen Streitereien mit dem Vermieter. Die Zahlen der vergangenen Jahre sprechen hier für sich. 2014 lebten rund 45,5 Prozent der Deutschen im Eigentum, während es 1998 nur 40,9 Prozent waren. Mietvereinen zufolge sind auch die zahlreichen Mietrechtsreformen und verschiedene Urteile des Bundesgerichtshofs dafür verantwortlich, dass zahlreiche Streitpunkte außergerichtlich entschärft werden können.

Behält man die allerorts steigenden Mieten im Hinterkopf, so scheint ein Rückgang der Mietstreits, die vor Gericht enden eigentlich verwunderlich. Bemerkenswert ist allerdings, wieviel allein durch Transparenz von Rechten aller Parteien erreicht werden kann. Immerhin mutmaßen Experten wie erwähnt, dass die sinkenden Gerichtsfälle zwischen Mietern und Vermietern den verbesserten Rechtsberatungen von Mietvereinen zugute zu halten.

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