Immobilienprofis: Mietbremse hat versagt und gehört abgeschafft

Die Mietbremse in Deutschlands Großstädten hat versagt. Der Meinung sind zumindest die meisten Immobilienprofis, wie aus dem Marktmonitor Immobilien 2018, einer Studie des Internetriesen Immowelt.de hervorgeht. Demnach sprechen sich ganze 63 Prozent für eine komplette Abschaffung der Mietbremse aus. Lediglich zwei Prozent sind derzeit mit ihr zufrieden, der Rest wünscht sich zumindest gravierende Veränderungen.

Die Falschen profitieren

Die nackte Tatsache, dass die falschen vom Gesetz der Mietbremse profitieren ist wohl der Hauptgrund für die negative Haltung unter den Maklern. Für ganze 42 Prozent der Befragten ziehen lediglich Mieter mit hohem Einkommen einen Vorteil aus der Regelung. Immerhin greift die Mietbremse bei modernisierten Wohnungen oder Neubauten nicht, was es für den Großteil der Bevölkerung noch immer unmöglich macht, sich diese Immobilien leisten zu können. Deshalb sieht gut ein Drittel der Immobilienprofis Geringverdiener, die eigentlich am meisten profitieren sollten als Verlierer der Mietbremse.

Skepsis gegenüber Verschärfung

 Auf die fehlende Wirksamkeit der Mietbremse reagierte die Politik mit verschärften Gesetzen, die zum ersten Januar diesen Jahres in Kraft traten. Bei den meisten Maklern kommen diesbezüglich allerdings Zweifel auf. Lediglich 16 Prozent vertreten den Standpunkt, dass sich durch die verschärften Regelungen tatsächlich etwas verbessert. Die restlichen drei Viertel sind skeptisch, dass die Markttransparenz, die nun von Vermietern verlangt wird, wirklich einen merklichen Unterschied in Sachen Mietpreisen bringt. 77 Prozent fürchten sogar, dass die Qualität der Immobilien durch die verschärfte Mietbremse leidet, da sich Sanierungen und Renovierungen für Eigentümer nicht mehr rentieren.

Wie war es vorher?

Wie genau der Wohnungsmarkt sich in Reaktion auf die neuen Regelungen um die Mietbremse verhält, lässt sich natürlich noch nicht genau sagen. Fest steht allerdings, dass vor der Verschärfung Unzufriedenheit auf dem Markt herrschte. Dass die Politik reagiert, war also quasi unvermeidbar. Nahezu unbezahlbare Mieten sind beispielsweise im bayrischen München kein Geheimnis. Nachdem hier 2015 die Mietbremse in Kraft trat, stiegen die Mieten in den Folgejahren trotzdem um 2,9 Prozent. Laut einer Statistik der örtlichen Ludwig-Maximilians-Universität haben vor der Regelung ganze 55 Prozent, also über die Hälfte der Vermietungen in der bayrischen Landeshauptstadt gegen die Mietbremse verstoßen, deshalb die geforderte Markttransparenz der Eigentümer.

Hält man sich die vorherige Situation also vor Augen, so spricht eigentlich nichts dagegen, der verschärften Mietbremse entgegen der Skepsis der Profis zumindest eine Chance zu geben. Gerade in Städten wie München nämlich, wäre das Sicherstellen von Wohnraum für Gering- bis Normalverdiener wahnsinnig wichtig.

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