Keine Erholung am deutschen Immobilienmarkt

Wer in einer deutschen Großstadt leben will, muss meist tief in die Tasche greifen. Die rasant steigenden Mieten fanden auch im Jahr 2018 keinen Halt und verzeichneten stellenweise einen zweistelligen Anstieg. Davon waren allerdings nicht nur die Millionenstädte wie Berlin oder München betroffen, sondern auch kleinere Großstädte.

Mieten in Berlin ziehen an

Laut dem Mietpreisbarometer von immowelt.de stiegen die Mietkosten in Berlin im Jahre 2018 am rasantesten an. Innerhalb der Jahresfrist fand in der Bundeshauptstadt ein Wachstum von ganzen 13 Prozent statt, was im Meridian einen durchschnittlichen Quadratmeterpreis von 11,70 Euro ausmachte. Berlin schafft es damit das erste Mal unter die zehn teuersten deutschen Großstädte, bislang galt die Hauptstadt als „eher günstig“. Den wahnsinnigen Münchner Mietpreisen kann Berlin trotzdem nicht das Wasser reichen. Hier werden im Schnitt im Meridian 18,10 Euro für den Quadratmeter fällig, was ein Wachstum von sechs Prozent im Vergleich zum Vorjahr verzeichnet.

Kleinere Großstädte werden immer teurer

Einen erwähnenswerten Anstieg an Mietpreisen findet man allerdings nicht nur in den deutschen Metropolen. Auch die Bewohner kleinerer Großstädte müssen sich gegenüber Mieterhöhungen rüsten. Hier trifft es vor allem Universitätsstädte und Städte, die Heimat für renommierte Unternehmen bieten. Neumieter in Heidelberg beispielsweise zahlen jetzt durchschnittlich zwölf Euro pro Quadratmeter und damit 13 Prozent mehr als noch vor einem Jahr, in Erlangen stiegen die Mieten seit 2017 um zwölf Prozent auf jetzt 11,20 Euro und in Heilbronn sind jetzt 9,80 Euro für den Quadratmeter üblich, was ein Plus von elf Prozent darstellt. Als einziges Gegenbeispiel der Großstädte wird von immowelt.de Ingolstadt genannt, wo die Mieten im vergangenen Jahr nur um ein Prozent stiegen. Hier liegt der übliche Quadratmeterpreis bei etwa 11,60 Euro. Als Grund werden die gesättigte Nachfrage und die unveränderte Einwohnerzahl angegeben.

Auch ostdeutsche Großstädte heben die Preise

Auch in ostdeutschen Großstädten, die bislang als eher günstig galten werden die Mieten höher. In Jena zahlt man mittlerweile durchschnittlich neun Euro pro Quadratmeter, was ein Plus von sechs Prozent ausmacht. Erfurt und Leipzig verzeichnen jeweils Steigungen von sechs, beziehungsweise fünf Prozent – allerdings von einem niedrigeren Niveau aus, die Quadratmeterpreise sind jetzt bei etwa 7,50 Euro und 6,60 Euro. In Chemnitz und Cottbus blieben die Mieten im vergangenen Jahr unverändert. Die einzige Stadt, in der sich Neumieter über sinkende Mieten freuen dürfen, ist Bergisch Gladbach: Hier zahlt man jetzt ein Prozent weniger als noch 2017.

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