Kündigungsschutz bei Eigentümerwechsel

Findet bei einer Wohnung ein Eigentümerwechsel statt, so kann es vorkommen, dass Mieter in Panik verfallen. In gewisser Weise ist dies verständlich, immerhin könne ein Anruf aus dem nichts bezüglich einer Wohnungsbesichtigung nicht weniger überraschend und verwirrend sein. Die Panik ist allerdings unbegründet, denn in diesem Fall hat der Mieter einige Rechte, unter anderem herrscht nämlich zum Beispiel Kündigungsschutz.

Besichtigungsrecht des Vermieters

Obwohl man also durch den Kündigungsschutz keinen überstürzten Auszug befürchten muss, so hat der Vermieter doch Rechte beim Eigentümerwechsel. Eines der wichtigsten ist das Recht auf Besichtigung der Immobilie durch den Kaufinteressenten. Der Mieter muss also Besichtigungen dulden, allerdings gibt es hier einige Einschränkungen. Ein „Tag der offenen Tür“ ist unzulässig, ebenso wie Wohnungsbesichtigungen zu unangebrachten Zeiten. Zwar gibt es keine offizielle Regelung, wie oft derartige Besichtigungen bei Eigentümerwechsel geduldet werden müssen, allerdings spricht Ulrich Ropertz, Geschäftsführer und Leiter der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit beim Deutschen Mieterbund von der Faustregel von einem Nachmittag pro Woche, in der sich der Mieter Zeit nehmen muss und das auch nur, wenn sich die Käufersuche nicht über Monate hinzieht und die Termine vorher mit dem Mieter besprochen wurden.

Was ändert sich beim Eigentümerwechsel für den Mieter?

Beim Eigentümerwechsel ist der Mieter eigentlich weitestgehend aus dem Schneider. Mietverträge beispielsweise müssen vom neuen Eigentümer übernommen werden, das Mietverhältnis wird also zu den ursprünglich vereinbarten Konditionen weitergeführt. Der Kündigungsschutz greift ab sofort.Außerdem muss ab dem Zeitpunkt die monatliche Miete an den neuen Eigentümer überwiesen werden, an dem der Eigentümerwechsel im Grundbuch eingetragen wurde.In manchen Fällen soll das Geld allerdings vorübergehend an eine Hinterlegungsstelle gezahlt werden, genauere Informationen sollten aber entweder vom alten oder vom neuen Eigentümer gegeben werden.

Der Kündigungsschutz und die Kündigungssperrfrist

Laut dem Kündigungsschutz ist der Eigentümer wechsel an sich kein Grund für das Kündigen durch den Vermieter. Es gelten die regulären Regelungen des Kündigungsschutzes. Eine Kündigung ist also nur wirksam, wenn dafür ein driftiger Grund wie zum Beispiel Eigenbedarf durch den Vermieter vorliegt, in diesem Fall gelten allerdings die gesetzlichen Fristen. Einen ausgefalleneren Kündigungsschutz genießt ein Mieter bei Umwandlung, also Aufteilung eines Mehrfamilienhauses in selbstständige Eigentumswohnungen. Wohnt der Mieter bereits vor der Umwandlung in der Immobilie so wird dem Eigentümer eine Kündigungssperrfrist von drei Jahren, in manchen Städten sogar fünf Jahren auferlegt. Innerhalb von diesem Zeitraum sind selbst Kündigungsgründe wie Eigenbedarf oder wirtschaftliche Verwertung unzulässig.

Der Kündigungsschutz bei Eigentümerwechsel rettet den Mieter also vor einem abrupten Rauswurf aus der Wohnung. Und bis auf besagte Kleinigkeiten bleibt einem auch die Verwaltung und Organisation des Eigentümerwechsels erspart. Es gilt also, Ruhe zu bewahren und keine überstürzten Zusagen zu treffen, ohne sich zu informieren.

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