Länderminister beschließen Maßnahmen gegen Share-Deals

An allen Ecken überlegt die Politik, wie Wohnraum für jedermann günstiger werden kann. Dass Unternehmen sich dabei ins Fäustchen lachen, soll in Zukunft ein Ende haben. Die Länderfinanzminister wollen jetzt effektiv Maßnahmen gegen Share-Deals und Share-Deal-Immobilien einleiten.

Was ist ein Share-Deal?

Bei einem Share-Deal geht es primär darum, die Grunderwerbsteuer zu umgehen. Wie Immobilienbesitzer wissen, beläuft sich diese auf keine geringe Summe, immerhin kann diese je nach Bundesland bis zu 6,5 Prozent des Kaufpreises betragen. Eine Share-Deal-Immobilie allerdings wird nicht direkt gekauft. Hier geht es darum, im Vorfeld das Objekt in eine Firma zu überführen und im Anschluss Anteile dieser Firma zu kaufen. Durch diese Lücke im ursprünglich gut gemeinten Gesetz, sparen Unternehmen sich beim Erwerb einer Share-Deal-Immobilie eine ganze Stange Geld, der Ottonormalverbraucher allerdings muss trotzdem zahlen.

Politik gegen Share-Deal-Immobilien

Die Finanzministerkonferenz sieht das Problem von Share-Deals und möchte jetzt effektiv gegen den Erwerb von Share-Deal-Immobilien vorgehen. Zum einen soll eine neue Beteiligungshöhe dem moralischen Steuerhinterziehen vorbeugen. Derzeit wird eine Grunderwerbsteuer auf Immobilien erhoben, wenn mindestens 95 Prozent der Anteile an einer Gesellschaft vereinigt werden oder eine entsprechende Übertragung von Personengesellschaftsanteilen auf neue Gesellschafter stattfindet. Die Beteiligungshöhe soll nun auf 90 Prozent der Anteile abgesenkt werden, die Grunderwerbsteuer soll trotzdem am gesamten Wert der Immobilie gemessen werden. Share-Deals werden durch diese Maßnahme dahingehend erschwert, dass Altgesellschafter in so hohem Maße beteiligt bleiben müssen, dass ein Kompletterwerb durch einen Investor nicht mehr möglich ist.

Verlängerung der Fristen

Außerdem sollen die derzeit geltenden Fristen von fünf Jahren auf zehn Jahre erweitert werden. Bisher wurde die Grunderwerbsteuer erhoben, wenn mindestens 95 % der Vermögensanteile einer Personengesellschaft innerhalb von fünf Jahren auf neue Gesellschafter übergehen. Bestimmte Share-Deals waren so gestaltet, dass in einem ersten Schritt 94,9 % der Anteile am Vermögen der Personengesellschaft auf einen neuen Gesellschafter übergegangen sind und erst nach Ablauf von fünf Jahren die restlichen 5,1 %. Nach Verlängerung der Fünfjahresfrist auf zehn Jahre dürfen die restlichen prozentualen Anteile erst nach zehn Jahren auf den neuen Gesellschafter übertragen werden, sonst wird die Grunderwerbsteuer fällig. Die Verlängerung der Frist bindet die Gesellschaften langfristiger an die jeweiligen Dispositionen und schränkt somit die Handlungsmöglichkeiten ein, was vor dem Erwerb von Share-Deal-Immobilien abschrecken soll. Außerdem betragen die meisten Investitionszeiträume vieler Immobilieninvestoren weniger als zehn Jahre, was diese Maßnahme gegen Share-Deals als besonders erfolgsbringend darstellt.

Menü