Leben im Tiny House

Tiny Houses sind im Grunde genau das, was sie wörtlich übersetzt ins Deutsche bedeuten. Nämlich: „winzige Häuser“. Der Trend entspringt den USA und das tatsächlich schon in den 1920er Jahren, als die ersten Tüftler ihren Traum vom eigenen Heim mit den geringst möglichen Ausgaben verwirklichen. Dem amerikanischen Baugesetz kann entnommen werden, dass Häuser mit einer Gesamtfläche unter umgerechnet 37 Quadratmetern als „tiny“ gelten, hier wird nicht unterschieden, ob diese Häuser mobil, also auf Rädern oder feststehend, also stationär sein sollen.

Regeln und Gesetze für Tiny Houses

In der deutschen Tiny Houses-Bewegung gelten stationäre Häuser allerdings eher als Mikro-, Mini- oder Kleinhäuser. Das Leben Tiny House beschränkt sich in unserem Heimatland also weitestgehend auf die mobile Variante, also ein kleines Haus auf Rädern, wobei die begrifflichen Grenzen hier verwischen. Diese Gebäude sind allerdings keineswegs als Alternative zu herkömmlichen Wohnwägen und Wohnmobilen zu verstehen. Sie sollen als dauerhafte Wohnlösung gelten.

Trotz ihrer geringen Größe sind Tiny Houses allerdings Gebäude. Rechtsfreiheit besitzen sie also nicht. Das Planungsrecht ist in Deutschland Landesrecht, sollte man sich für ein Leben im Tiny House entscheiden, liegen die Vorschriften bezüglich Bauweise und Zulassung bei den jeweiligen Bundesländern. Da Gebäude auf Rädern allerdings nicht unter das Baurecht fallen, sondern unter das Straßenverkehrsrecht, gestaltet sich die Sache meist unkomplizierter als bei feststehenden Häusern.

Vorteile eines Tiny House

Immer mehr Menschen entscheiden sich bewusst für den Wohnminimalismus. Das Leben im Tiny House bietet nicht nur das befreiende Gefühl der Reduzierung auf Wesentliches, es bietet auch persönliche Unabhängigkeit. Mit dem Tiny House wohnt man wie man will- und wo man will. Da diese Häuser von vielen Bewohnern selbst gebaut werden, bietet sich die Möglichkeit, sich komplett kreativ auszuleben. Der Bauer bestimmt selbst, an welcher Stelle was platziert wird und welche versteckten Ecken und Winkel noch mehr Platz und Stauraum bieten sollen. Auch Reparaturen und Aufwertungen gestalten sich durch diesen Aspekt einfacher.

Als weiterer Vorteil für das Leben im Tiny House gilt die finanzielle Freiheit. Darlehen für Grundstücke und Hausbau entfallen, man begibt sich also nicht in Verschuldung. Ebenso erwähnenswert ist der positive Beitrag zur Ökologie und Nachhaltigkeit. Sowohl Warmwasser als auch Strom werden in der Regel direkt von den hauseigenen Solarzellen auf dem Dach geerntet und auch der Bau einer Komposttoilette gilt als sehr beliebt. Als Nachteil muss allerdings erwähnt werden, dass die „Tiny Houser“ an trüben Tagen auf ein elementares Problem stoßen: Zu wenig Sonne. In diesem Fall muss die Energie entweder über einen platzraubenden Wassertank gespeichert werden oder der Bewohner muss auf einen öffentlichen Energieversorger zurückgreifen.

Beachtet man dies allerdings schon bei der Planung und informiert sich frühzeitig über die notwendigen Alternativen, steht dem minimalistischen Leben im Tiny House nichts mehr im Wege und man kann seine Freiheit und Unabhängigkeit in vollen Zügen genießen.

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