Mieterstrom: höherer Steuerfreibetrag für Genossenschaften

Mieterstrom aus Photovoltaikanlagen ist sowohl bei Mietern als auch bei Genossenschaften sehr beliebt. Aus Angst vor steuerlichen Risiken wurde aber bislang oftmals gezögert, das Projekt geriet ins Stocken. Abhilfe schaffen soll die am 29. November beschlossene Änderung im Gesetz, die den Steuerfreibetrag für Mieterstrom hebt und somit diesen gefürchteten Risiken vorbeugt. Schon seit einiger Zeit kritisieren verschiedene Branchenverbände die Rahmenbedingungen für die Einführung von Mieterstrom, jetzt konnten sich Union und SPD im Interesse von Genossenschaften und Bauvereinen durchsetzen.

Bisher hatten Genossenschaften steuerliche Risiken

Ein wichtiges Schlagwort im Zusammenhang mit dem gestiegenen Steuerfreibetrag ist die Körperschaftssteuerbefreiung. Körperschaftssteuer wird auf das Einkommen von Unternehmen und Gesellschaften erhoben, Genossenschaften bleiben allerdings davon befreit, wenn sie Wohnungen bauen oder erwerben und diese dann an ihre Mitglieder vermieten. Die Befreiung entfiel bisher allerdings, sobald ein Steuerfreibetrag von zehn Prozent überschritten wurde, also wenn mehr als zehn Prozent der gesamten Einnahmen von Genossenschaften aus anderen Einnahmequellen stammten als der Vermietung von Wohnraum an die Mitglieder.

Steuerfreibetrag wird erhöht

Ebendieser Steuerfreibetrag wurde nun von den besagten zehn Prozent auf 20 Prozent gehoben. Im Steuerfreibetrag für die Körperschaftssteuer sind sowohl Einnahmen aus dem Verkauf des Solarstroms an die Mieter, als auch aus der Lieferung von zusätzlichem Strom über das Netz und Einspeisung von der Einspeisung von selbst erzeugtem Strom in das öffentliche Netz enthalten. Die Gesetzesänderung an sich wurde im Körperschaftssteuergesetz vorgenommen und ermöglicht es Genossenschaften und Bauvereinen endlich von den Vorteilen der Energiewende zu profitieren und aktiv ein Teil von ihr zu werden.

Welche Möglichkeiten eröffnen sich für Genossenschaften?

Da Genossenschaften nun keine finanziellen Risiken mehr mit der Investierung in Photovoltaikanlagen und dem anschließenden Verkauf des erzeugten Stroms an die Mitglieder eingehen, können sie nun zu fundamentalen Akteuren der Energiewende werden. Investiert eine Genossenschaft in eine Solaranlage und ist damit alleiniger Eigentümer, so muss nicht einmal eine Eintragung ins Grundbuch vorgenommen werden. Trotzdem wird empfohlen, sich in dieser Situation einen Mietstromspezialisten zu Rate zu ziehen. Die Gesetzesänderung um den Steuerfreibetrag gilt im Übrigen als wichtiges Signal seitens der Politik. Nachdem Einspeisevergütungen für Photovoltaik nämlich zunehmend sinken, ist es wichtig für Genossenschaften zu wissen, die Politik seitens der Energiewende hinter sich zu haben und weiterhin Vorteile zu genießen, sollten sie sich dazu entscheiden, aktiv an ihr mitzuwirken.

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