Nebenkosten: diese Rechte hat der Mieter

Jährlich grüßt das Murmeltier- und bringt oftmals schlechte Nachrichten mit der Post. Die Nebenkostenabrechnung, die alljährlich auf Mieter zukommt bedeutet in vielen Fällen eine Nachzahlung. Allerdings sind nicht alle Forderungen gerechtfertigt. Einschätzungen des Deutschen Mieterbundes zufolge ist sogar jede zweite Nebenkostenabrechnung falsch. Genau deshalb gilt es sich gut zu informieren- dazu hat man nach Eingang der Nebenkostenabrechnung genau zwölf Monate Zeit.

Der Teufel wartet im Detail

Innerhalb dieser zwölf Monate hat der Mieter die Möglichkeit, Einspruch einzulegen. Nach Ablauf dieser Frist erkennt er die Nebenkostenabrechnung als richtig an, Korrekturen sind dann unzulässig. Deshalb empfiehlt sich, zeitnah ein genaues Auge auf die Zahlen zu werfen. Für eine genaue Überprüfung kann man beispielsweise Checklisten abarbeiten, die von vielen Mietvereinen mit detaillierten Schritt-für-Schritt-Anleitungen bereitgestellt werden. Im Großen und Ganzen sollte man zunächst darauf achten, ob alle Fristen und Daten richtig eingetragen sind.

  • Hat der Vermieter also seine Periode von einem Jahr nach Ende der Abrechnungsperiode eingehalten, um die Nebenkostenabrechnung auszustellen?
  • Haben sich kleine Fehler eingeschlichen, wie etwa eine falsche Wohnungsgröße oder ein nicht berücksichtigter Mieterwechsel?
  • Stimmen die Nebenkosten mit dem überein, was eventuell im Mietvertrag vereinbart wurde?

Elementare Hintergründe unter die Lupe nehmen

Außerdem sollte geklärt werden, ob der Mieter überhaupt alles nutzt, für das er angeblich bezahlen soll. In der Vergangenheit gab es immer wieder Fälle von Phantomabrechnungen, in denen beispielsweise für die Wartung eines Fahrstuhls bezahlt wurde, obwohl gar keiner im Haus war. Die wohl elementarste Frage, die sich Mieter bei der Nebenkostenabrechnung stellen ist: Ist die Rechnung zu hoch? Dies ist oftmals nicht so leicht zu beantworten. Was in der Regel hilft, ist die Nebenkostenabrechnung mit der vom Vorjahr zu vergleichen. Sind bestimmte Kosten sprunghaft angestiegen, sollte der Vermieter dies erklären können. Des Weiteren erhebt der Deutsche Mieterbund jedes Jahr den Betriebskostenspiegel, da in manchen Städten Nebenkosten auch im Mietspiegel erfasst werden. Liegt die eigene Nebenkostenabrechnung deutlich über den Zahlen in der Tabelle, so kann das auf zu hohe Kosten hindeuten.

Hat man also berechtigte Zweifel an der Richtigkeit seiner Nebenkostenabrechnung, so hat man als Mieter durchaus das Recht alle Belege einzusehen und abzufotografieren. Dafür gilt es, am besten die Hausverwaltung oder gegebenenfalls den Vermieter selbst zu kontaktieren. Kopien einzufordern ist allerdings gefährlich, da im Nachhinein Kopiergeld pro Seite eingefordert werden kann. Anschließend kann geklärt werden, welche Kosten nicht nachvollziehbar sind. Im Anschluss können Nachzahlungen zurückgehalten werden, solange die Daten geprüft werden, allerdings nur die Teile davon, bei denen Prüfungsbedarf besteht. Mietvereine bieten hier gerne Beratungen an, die allerdings für Nicht-Mitglieder kostenpflichtig sein können. Im Zweifelsfall gilt es also, individuell nachzufragen.

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