Neuer Versuch beim Gebäudeenergiegesetz

Nachdem der erste Anlauf für ein neues Gebäudeenergiegesetz im März 2017 scheiterte, wurde die Thematik um das Energiesparrecht für Gebäude dieses Jahr erneut diskutiert. In diesem Zuge sollen die Energiesparverordnung, kurz EnEV und das Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz (EEWärmeG) zum Gebäudeenergiegesetz (GeG) zusammengeführt werden, die Richtlinien sollen neu konzipiert und vereinheitlicht werden. Bisher konnte Deutschland mit der aktuellen EnEV die europäischen Richtlinien für Gebäude, die im Jahr 2010 verankert wurden nur teilweise umsetzen. Ab 2021 sollen privat nur noch Niedrigstenergie-Neubauten errichtet werden, für öffentliche Gebäude soll das neue Gebäudeenergiegesetz bereits ab 2019 in Kraft treten, außerdem sollen bereits bestehende Gebäude nach den neuen Auflagen saniert und restauriert werden. Fachleute, Bauherren, Investoren und Verwalter müssen sich also rechtzeitig mit den neuen Anforderungen auseinandersetzen, um diese schließlich erfüllen zu können.

Das Gebäudeenergiegesetz für den Klimaschutz

Da Gebäude knapp 40 Prozent des Energieverbrauchs in Deutschland ausmachen und damit rund ein Drittel der CO2-Emission in unserem Land verantworten, ist das Einsparen von Energie natürlich von großer Wichtigkeit, sowohl um die Klimaschutzziele zu erreichen, als auch um die Abhängigkeit von Energieimporten zu verringern. Die Richtlinien für Heizungs- und Klimatechnik, sowie auf die Wärmedämmstandards eines Gebäudes und sind in der EnEV verankert. Die bisherigen Anforderungen der EnEV beziehen sich größtenteils auf Neubauten und darauf, den Primärverbrauch an Wasser- und Heizenergie zu reduzieren. Dabei wird vor allem viel Wert auf regenerative Energien und deren Vorteile gegenüber fossilen Brennstoffen wie Gas und Öl gelegt, allerdings bezieht sich die EnEV auch auf Warmwasserbereitung, Lüftungsanlagen und für den Anlagenbetrieb benötigte Hilfsenergien wie Pumpen, Brenner oder Regler. Die festgelegten Anforderungen in der EnEV sind ein Zwischenschritt zum bereits erwähnten Niedrigstenergiegebäude, das 2021 europaweit nach dem Gebäudeenergiegesetz als Standard vereinheitlicht werden soll. Kurz formuliert ist das Ziel von Niedrigstenergiegebäuden, möglichst wenig Energie zu verbrauchen, die wiederum möglich regenerativ erzeugt werden soll.

Nachrüstung und Sanierung

Der Teil der Gebäude, der deutschlandweit die meiste Energie beansprucht wird allerdings nicht neu gebaut, sondern besteht bereits. In diesem Zuge werden im Gebäudeenergiegesetz einige Austausch- und Nachrüstungspflichten formuliert. Die hier formulieren Anforderungen müssen grundsätzlich bis zum Inkrafttreten des Gebäudeenergiegesetzes erfüllt werden. Gas-, Öl- und Standardheizkessel, die älter sind als 30 Jahre, müssen beispielsweise laut GeG außer Betrieb genommen und ausgetauscht werden. Da hier allerdings diverse Ausnahmen gelten, sollte bei Unsicherheit die Bedienungsanleitung der Heizanlage oder der Schornsteinfeger zu Rate gezogen werden. Des Weiteren müssen Heizungs- und Warmwasserrohre in unbeheizten Räumen gedämmt werden, um keine Energie zu verschwenden. Auch eine Dämmung der obersten Geschossdecken muss nach dem Gebäudeenergiegesetz erfolgen, um einen sogenannten Mindestwärmeschutz aufzuweisen, egal ob der Raum darunter begehbar ist oder nicht. Allerdings stehen diesen Maßnahmen bestimmte „bedingte Anforderungen“ gegenüber, die nur verwirklicht werden müssen, wenn das Gebäude ohnehin modernisiert oder saniert werden muss.

Die Umformulierung des EnEV zum Gebäudeenergiegesetz soll uns allen also nicht nur ein grüneres Europa verschaffen, sondern auch unsere Wohn- und Wohlfühlstandards erhöhen. Und hält die große Koalition sich an ihre Planung, so werden uns bereits in Kürze die Veränderungen erwarten, die hoffentlich bald Früchte tragen.

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