Parken ist Luxus – so teuer sind die Parkplätze in Deutschland

Als Autofahrer in einer Deutschen Großstadt ist man mit den Problematiken, die das Parken betreffen bestens vertraut. Entweder man riskiert, keinen Parkplatz in der Nähe der Wohnung zu finden oder man ist bereit teures Geld zu bezahlen. Parkplätze sind durch das Bevölkerungswachstum in den Städten nämlich Mangelware, durch die wachsende Nachfrage nach Parkplätzen lassen sich die Preise in die Höhe drücken- immerhin sind viele bereit sie zu zahlen.

Parkplätze im Preisvergleich

Der Internetgigant Immowelt hat die Parkplatz-Preise in Deutschlands vierzehn größten Städten verglichen. Das Ergebnis ist: Frankfurt am Main ist am teuersten. Garagen und Stellplätze werden hier für bis zu 170 Euro im Monat vermietet, preiswertes Parken ist also Wunschdenken der Frankfurter. Da der Durchschnittswagen auch noch Fixkosten für Versicherung und Steuern von monatlich circa 140 Euro mit sich trägt, bedeutet das rund 300 Euro monatliche Fixkosten für Autobesitzer. Ähnlich teuer sind die Preise fürs Parken in Stuttgart. Der günstigste Parkplatz kostet hier 21, der teuerste 150 monatlich. Im fränkischen Nürnberg zahlt man zwischen 21 und 146 Euro. Vergleichsweise günstig kann man in Dresden parken, hier kostet der teuerste Stellplatz nur 60 Euro.

Parken in Parkhäusern und der Innenstadt

Parkplätze in der Innenstadt oder in Parkhäusern gelten schon immer als wahnsinnig teuer, in den letzten 15 Jahren gingen die Preise allerdings um 100 Prozent nach oben. Die bundesweit höchsten Gebühren zahlt man in Parkhäusern in München, Hamburg, Mainz oder Augsburg. Gerade in Augsburg gibt es relativ viele private Parkhäuser, was die Kosten für die temporären Parkplätze in die Höhe treibt. Der Durchschnitt liegt hier bei sechs Euro für eine Parkdauer von vier Stunden. In München würde das vierstündige Parken allerdings noch mehr kosten, hier sind es neun Euro im Durchschnitt. Laut Mittelwert ist das Parken in Österreich und der Schweiz übrigens doppelt so teuer als in Deutschlands Städten, wie verschiedene Studien ermittelt haben.

Indirekte Subvention durch Nicht-Autofahrer

Trotzdem sind die Kosten für das Parken in Deutschland gerechtfertigt. Werden nämlich kostenlose Parkplätze angeboten, so werden die Kosten anders wieder eingeholt. Bei einem Supermarkt mit kostenlosen Parkplätzen zum Beispiel sind einfach die Produkte teurer, bei Mietwohnungen der monatliche Mietbetrag. Die Parkplätze werden also von Nicht-Autofahrern mitfinanziert, was gegenüber den Parkplatzkosten die unfairere Methode ist. Ähnlich ist es übrigens bei Eigentumswohnungen oder Neubauten. Wird eine neue Immobilie gebaut, so fordern Städte oft, dass eine bestimmte Anzahl an Parkplätzen zur Verfügung gestellt wird. Durch Platzmangel muss dies meist in Form einer Tiefgarage erfolgen. Die Kosten dafür trägt dann natürlich nicht der Bauherr. Sie werden auf die einzelnen Mietparteien verteilt, ob der Anwohner nun ein Auto hält oder nicht. Und beim Erwerb einer neuen Wohnung werden die Parkplätze in der Regel miterworben, wobei es keine Rolle spielt, ob sie grundsätzlich gebraucht werden.
Da viele Leute aus allein schon beruflichen Gründen auf ihr Auto angewiesen sind, wird sich das Parkplatz-Problem voraussichtlich in den nächsten Jahren nicht ändern. Vor allem als Pendler kommen öffentliche Verkehrsmittel durch schlechte Verbindungen oft nicht in Frage, das kostspielige Parken gilt weiterhin als Problem. Die Städteplanung steht also hier vor der Herausforderung, bezahlbare Parkplätze sowohl für Anwohner als auch in der Innenstadt zu schaffen, damit sich die Problematiken nicht noch verschlimmern- und das allerdings nicht auf dem Rücken aller, sondern lediglich für die, die auch tatsächlich davon profitieren.

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