Pendeln oder Zweitwohnung?

Stau, stockender Verkehr und rote Ampeln sind jedem ein Begriff, der in einer anderen Stadt wohnt als er arbeitet. Ganze 18,4 Millionen Arbeitnehmer pendelten 2017 zwischen Job und Wohnung. Ob die entnervende und zeitaufwendige tägliche Fahrt der Pendler auf Dauer lohnt, oder ob eine Zweitwohnung sinnvoller ist, sollte man auf jeden Fall überdenken.

Entscheiden nach der Miete vor Ort

Legt der Pendler sich eine Zweitwohnung zu, so spart er natürlich viel Zeit, da er nur eine kürzere Strecke zum Arbeitsplatz auf sich nehmen muss. Ob sich eine Zweitwohnung aber unterm Strich lohnt, ist in erster Linie von der Entfernung abhängig, in der sich der Arbeitsplatz zum Erstwohnsitz befindet. Ein weiterer Faktor ist der Preis, der für die Zweitwohnung aufgebracht werden müsste, die Mieten variieren nämlich von Stadt zu Stadt. So würde ein Pendler, der in München arbeitet sehr viel mehr für eine Wohnung aufbringen müssen als ein Pendler, der täglich zum Arbeiten nach Jena fährt.Auch Frankfurt am Main und Berlin sind relativ kostspielige Städte, um eine Zweitwohnung zu halten.

Ab wann ist das Pendeln sinnvoll?

Durch die hohen Preise müsste die Pendelstrecke also relativ lang sein, damit sich eine zweite Wohnung lohnt. In München beispielsweise würde sich erst ein einfacher Arbeitsweg von 247 Kilometern gegenüber einer Zweitwohnung für den Pendler rentieren, inklusive aller Fixkosten wie Versicherung und Steuern. Eine Entfernung, bei der sogar Österreicher oder Schweizer nach München pendeln könnten. Bei Pendlern, die in Hamburg arbeiten, müsste der einfache Arbeitsweg 144 Kilometer lang sein, damit sich eine Zweitwohnung bezahlt macht, in Stuttgart und Köln wären es jeweils 145 Kilometer. Was die Zweitwohnung trotzdem für viele Pendler attraktiv macht, ist die massive Zeitersparnis, die täglich auf einen wartet. Für viele ist sie sogar das wichtigste, wenn nicht sogar das einzige Argument, die Kosten für eine weitere Wohnung auf sich zunehmen.

Zugfahren als beliebte Alternative

Wer statt dem Auto mit dem Zug pendelt, genießt mehrere Vorteile. Mit der Bahncard 100 beispielsweise würde man monatlich 395 Euro zahlen, den Bruchteil der Miete für eine Zweitwohnung also. Obwohl Ausfälle und Verspätungen bei der Bahn möglich sind, sparen sich Pendler trotzdem den unvermeidbaren täglichen Stau durch den Feierabendverkehr und können die Zeit im Zug aktiv nutzen, sei es für weitere Arbeit oder für das Lesen eines guten Buchs. Man spart sich also Geld und Nerven und kann den Abend trotzdem mit den Liebsten zuhause verbringen. Und für die Umwelt ist das Zugfahren auch noch gut.

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