Profitieren Familien wirklich vom Baukindergeld?

Zur finanziellen Unterstützung von jungen Familien und Alleinerziehenden will der Bund nun Baukindergeld als Eigenheimzulage auszahlen. Wird eine Immobilie erworben, so können pro minderjährigem Kind 12.000 Euro erworben werden. Sie Summe wird über einen Zeitraum von zehn Jahren in gleichen Raten ausgezahlt und soll Bau oder Erwerb von eigenem Wohnraum erleichtern.

Welche Einschränkungen gibt es beim Baukindergeld?

Die Eigenheimzulage kann am besten nach dem Einzug in die Immobilie bei der KfW-Bank beantragt werden, wenn der Vertrag oder die Baugenehmigung bis Ende 2020 abgeschlossen wurde und kann für alle Verträge rückwirkend angefordert werden, die ab dem 01. Januar 2018 abgeschlossen wurden. Allerdings gibt es hier finanzielle Einschränkungen. So wird die Eigenheimzulage nur an Familien ausgezahlt, deren zu versteuerndes Jahreseinkommen nicht über 75.000 Euro hinausgeht, pro Kind gibt es einen Freibetrag von 15.000 Euro. Bei Familien mit einem Kind liegt die Grenze also bei 90.000 Euro, bei Familien mit zwei Kindern bei 105.000 Euro. Außerdem gibt es die Eigenheimzulage nur bei Ersterwerb einer Immobilie, besitzt die Familie also schon eigenen Wohnraum,kann kein Baukindergeld beantragt werden.

Wer profitiert von der Eigenheimzulage?

Wie hoch der Profit durch die Eigenheimzulage ausfällt ist vor allem standortbedingt. Da in Ballungszentren die Preise für Immobilien konstant ansteigen, würde das Baukindergeld weniger Gewinn bringen als beispielsweise in ländlichen Regionen. Experten sagen voraus, dass ein Anstieg von fünf Prozent die Eigenheimzulage wieder aufheben würde. In München beispielsweise würde das Baukindergeld gerade einmal 2,1 Prozent des Kaufpreises ausmachen und damit nicht einmal die Kaufnebenkosten decken, allgemein macht die Eigenheimzulage in ganz Bayern relativ wenig aus.Auch die Tatsache, dass das Baukindergeld erst über Jahre hinweg ausbezahlt wird, könnte problematisch werden. Immerhin fallen die Kaufnebenkosten und viele andere Ausgaben direkt beim Kauf an.

Trifft der Zuschuss die Falschen?

Ein wichtiger Kritikpunkt am Baukindergeld ist übrigens auch, dass Familien trotzdem ein gewisses Eigenkapital für den Erwerb einer Immobilie vorweisen müssen. Fehlt das nötige Startkapital, nützt einem also auch die Eigenheimzulage nichts. In diesem Fall profitieren weniger Familien und Alleinerziehende mit geringem Einkommen vom Baukindergeld, sondern eher die Mittelschicht.

Natürlich schadet die Eigenheimzulage in keinem Fall.Allerdings sollte man sich bewusst sein, dass man sich je nach Standort nicht auf einen Gewinn durch das Baukindergeld verlassen sollte, immerhin steigen die Preise der Immobilien durch erhöhte Nachfrage weiterhin und die Höhe des Baukindergeldes fällt meist nicht mehr ins Gewicht.

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