Recht auf fristlose Kündigung bei vermüllter Wohnung?

Ein Messie in der Wohnung ist für Vermieter der reinste Albtraum. Doch was kann man als Vermieter rechtlich gegen eine vermüllte Wohnung tun?

Ab wann spricht man von Verwahrlosung?

Zunächst einmal ist es dem Mieter gestattet, seine Wohnung nach seinen Wünschen und Vorstellungen einzurichten. Sieht die Wohnung für den Vermieter vielleicht völlig chaotisch aus, ist sie für den Bewohner noch vollkommen in Ordnung. Das Lagern von Sperrmüll, das Aufbewahren von Kleidung, Zeitungen und Hausrat mit der Folge eines muffigen Geruchs oder das Aufbewahren von Unrat in der Küche reichen als Kündigungsgrund offiziell nicht aus. Durchaus rechtens ist allerdings, wenn ein Mieter wegen seiner vermüllten Wohnung gekündigt wird, sollten dabei Schäden an der Mietsache entstehen. Dabei ist es laut dem Landgericht Frankfurt egal, ob bereits Schäden an der Wohnung feststellbar sind, oder allein die Gefährdung dafür herrscht. Nimmt der Vermieter Schaden an der Verwahrlosung der vermüllten Wohnung, so darf er den Mieter kündigen. Immerhin hat der Mieter seine im Mietvertrag vereinbarte Obhutspflicht gegenüber der Mietsache verletzt. Unter die Verwahrlosung fallen unter anderem Geruchsbildung, die in Treppenhaus und andere Wohnungen dringt, Ungezieferbefall oder sogar Beschädigung der Bausubstanz.

Worauf muss der Vermieter achten?

Obwohl eine derart vermüllte Wohnung also als Kündigungsgrund ausreicht, muss vor der Kündigung zunächst erstmal eine Abmahnung durch den Vermieter ausgestellt werden. Dem Mieter muss die Chance gegeben werden, den Zustand der vermüllten Wohnung zu beheben und eventuelle Schäden zu beseitigen. Ist nach eben dieser Abmahnung und einer angekündigten Hausbesichtigung seitens des Vermieters keine Besserung erreicht worden, so ist der Grund der Verwahrlosung für eine Kündigung ausreichend. Ist die Kündigung vollzogen, stellt sich für Vermieter allerdings oft das nächste und wahrscheinlich sogar gravierendere Problem: die Folgeschäden in der Wohnung. Entrümpelung, Desinfizierung, Grundreinigung und Sanierung müssen nicht vom Vermieter bezahlt werden. Er hat einen Anspruch auf Schadensersatz beim Mieter und kann diesen auch bei Betreuern oder Erben des Mieters geltend machen.

Alter, Krankheit oder psychische Beeinträchtigungen des Mieters fordern zwar ein erhöhtes Maß von Verständnis, das „Messie-Syndrom“ reicht allerdings trotzdem nicht als Entschuldigung für eine vermüllte Wohnung aus. Selbst wenn die vermüllte Wohnung also nicht zurechenbar ist, bleibt ein Weiterführen des Mietverhältnisses für den Vermieter trotzdem unzumutbar.

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