Risse in der Bausubstanz: Harmlos oder gefährlich?

Ein Riss im Putz kann beim Eigentümer schnell für ein ungutes Gefühl sorgen, vor allem weil viele nicht wissen, wie lange man wegsehen kann und ab wann man handeln muss, um Folgeschäden zu vermeiden. Hierbei gilt es vor allem zwischen Ursache und Material zu unterscheiden.

Haarrisse überprüfen

Besonders häufig treten Haarrisse auf und das nicht selten schon kurz nachdem das Gebäude fertiggestellt wurde. Diese sind meist Spannungs- oder Setzungsrisse und entstehen durch das Austrocknen von Putz oder Spannungen zwischen zwei Bauteilen. Solange die haarfeinen Risse im Putz nicht breiter als 0,2 Millimeter sind, gelten sie als ungefährlich. Sie verändern sich meist über Jahre hinweg nicht und stören, wenn überhaupt nur an der Optik. Sind sie jedoch breiter als diese Stichgröße, so sollte ein Fachmann zu Rate gezogen werden. Bei der Untersuchung des Risses wird er in der Regel den Putz an der Schadensstelle abklopfen und prüfen, ob der Riss durch die betroffene Konstruktion hindurchgeht. Das könnte dann auf gefährliche statische Probleme hinweisen.

Was kann man tun?

Experten verwenden eine relativ simple Methode, um zu überprüfen, ob Risse in der Wand konstant bleiben oder sich eventuell erweitern. Dazu wird eine Gipsmarke auf die betroffene Stelle im Putz gesetzt, um fest zu stellen, in welche Richtung der Riss geht und ob eventuelle bereits durchgeführte Maßnahmen erfolgreich waren. Die Gipsmarke gilt als beliebte Methode, da Gips in der Regel sofort auf sämtliche Veränderungen des Risses reagiert. Reißt also die Markierung, bedeutet das, dass die Ursache des Problems noch nicht behoben ist. Wenn die Gipsmarke aber einen Monat oder länger unversehrt bleibt, wurde die Beweglichkeit im Haus mit großer Wahrscheinlichkeit gestoppt. Was Haarrisse betrifft, ist in der Regel kein Fachmann nötig, denn sie können ohne Bedenken überspachtelt werden. Stärkere Risse sollte man mit einem Spachtel ausweiten, um sie anschließend zu grundieren und dann mit einer Putzschicht zu versehen. Darauf wird anschließend ein Gewebe gelegt, das den Putz überbrückt. Dann wird noch einmal Putz draufgespachtelt und abgeschliffen.

Treten in der Außenfassade Risse auf, sollten diese schnellstmöglich saniert werden, damit kein Wasser in die Bausubstanz eindringen kann. Dann läuft nämlich Gefahr, dass im Winter bei Frost der Putz aufplatzt. Grundsätzlich können sich Eigentümer aber auch schon beim Hausbau gegen Risse in der Bausubstanz schützen. Wird beispielsweise rechtzeitig ein Baugutachten erstellt, können mögliche Probleme ermittelt werden, die eventuell zur Bildung von Rissen führen können. Außerdem sollte unbedingt eine Fuge als Sollbruchstelle eingeplant werden, wenn in der Oberflächenbeschichtung verschiedene Materialien verwendet werden.

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