So schädlich sind offene Kamine für die Umwelt

Gerade in den kalten Wintermonaten spenden Kaminöfen in deutschen Wohnungen und Häusern in großen Zahlen wohlige Wärme. Verständlich: Immerhin spart man so an Heizkosten, da Holz oftmals billiger ist als das zum Heizen verwendete Öl oder Gas, von der gemütlichen Atmosphäre und dem angenehmen Licht, das von den Kaminen ausgeht mal ganz zu schweigen. Doch die deutsche Umwelthilfe warnt. Wie schädlich sind Kaminöfen tatsächlich für die Umwelt?

Feinstaub schadet Umwelt und Gesundheit

Rund elf Millionen Holzöfen und 800.000 Heizkessel für feste Brennstoffe sorgen in Deutschlands Wohnzimmern für gemütliche Wärme. Laut der deutschen Umwelthilfe setzen diese Kleinfeuerungsanlagen allerdings mehr Staubemissionen frei als der Straßenverkehr. Eben diese Kleinfeuerungsanlagen sind dafür verantwortlich, dass ganze 20 Kilotonnen Feinstaub im Jahr ausgestoßen werden. Das ist natürlich unheimlich schädlich für die Umwelt. Aber durch die veränderte Luftqualität leidet auch die Gesundheit der Bürger. Feinstaub kann nämlich abhängig von der Größe bis in die Lunge und den Blutkreislauf vordringen. Infolge dessen können Lungenkrankheiten wie Bronchitis oder Asthma auftreten oder verstärkt werden. Im schlimmsten Fall kann es sogar zu Herzkreislauf-Erkrankungen wie Herzinfarkten führen, oder das Risiko für jene eben erhöhen.

Lösungsansätze der deutschen Umwelthilfe

Berater Axel Friedrich der deutschen Umwelthilfe äußerte sich bereits 2016 über das für die Umwelt problematische Heizen mit Kleinfeuerungsanlagen. Zum einen fordert er niedrigere Grenzwerte für Öfen und andere Messvorschriften. Zum anderen wäre es seiner Meinung nach wichtig, zuverlässige Messgeräte zum Einsatz zu bringen. Ein Lösungsansatz und die Hoffnung der Umwelthilfe wäre, verlässliche Filtertechniken für Kleinfeuerungsanlagen zu entwickeln und preisgünstig als Standard einzuführen. Laut Tests der Stiftung-Warentest lässt sich allerdings schon am Zustand des Brennstoffes ein Unterschied feststellen. Erwiesenermaßen wird bei Holz der gesetzlich erlaubten Restfeuchte von 25 Prozent doppelt so viel Feinstaub ausgestoßen wie bei einer Restfeuchte von 14 Prozent.

Mit den genannten Ansätzen will die deutsche Umwelthilfe also dem Schutz der Umwelt erheblich unter die Arme greifen und verlangt trotzdem nicht, dass Bürger auf ihr heißgeliebtes und durchaus gemütliches Kaminfeuer verzichten müssen. Wenn sich also jeder an seiner eigenen Nase packt und sowohl auf die Restfeuchte des Holzes als auch auf geeignete Techniken beim Kamin selbst Wert legt, so können Tonnen von Feinstaub im Jahr eingespart und die Umwelt effektiv geschützt werden, ohne etwas einzubüßen.

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