So schützen sich Hausbesitzer vor der Zinswende

Noch nie zuvor waren Immobilien als Sparanlage so beliebt. Kein Wunder, immerhin haben die Zinssätze bei Baukrediten derzeit ihr historisches Tief erreicht. Noch hält die Europäische Zentralbank (EZB) den Zins bei null, doch die Zeiten ändern sich. Sobald die Zinsen hochgehen werden die Kredite teurer. Die Zinswende wird kommen, wenn auch nicht so abrupt wie in anderen Ländern wie den USA.

Die Zinswende

Hausbesitzer, deren Finanzierung schon einige Jahre läuft werden wohl in den nächsten Jahren auf ein Problem stoßen. Zinsen werden von Banken in der Regel zehn Jahre nach Erhalt des Darlehens neu ausgehandelt. Ökonomen und Banken rechnen nämlich schon ab dem kommenden Sommer mit einer Zinswende, also mit stark steigenden Kreditzinsen. Bei wem der Auslauf dieser zehn Jahre also genau zur Zinswende ansteht, der sollte sich im Klaren darüber sein, dass sich die Konditionen für ihren Kredit erheblich verschlechtern können. Eine altbekannte Methode der Zinswende weitestgehend zu entgehen wäre ein Bausparkonto. Schon bei Abschluss des Kontos steht der Zinssatz für das spätere Bauspardarlehen fest und erspart somit unangenehme Überraschungen.

Das Forward-Darlehen

Eine andere, von vielen Experten empfohlene Rettung vor den Nachteilen der Zinswende ist das sogenannte Forward-Darlehen. Hier können Kreditnehmer schon mehrere Jahre vor Ablauf des Kredits die Zinsen für die Anschlussfinanzierung ihrer Immobilie festlegen. Banken verlangen hierfür zwar einen Zinsaufschlag, der Hausbesitzer allerdings genießt im Gegenzug Planungssicherheit, trotz Zinswende.

Keine Bindung an die bisherige Bank

Ein enormer Vorteil des Forward-Darlehen ist die Tatsache, dass Restschulden auch bei anderen Instituten zurückbezahlt werden können, sobald die entsprechende Zinsbindung zu Ende ist. Die neue Bank löst dann das Darlehen ab. Hierbei gilt es für Immobilienbesitzer auf jeden Fall, die Konditionen der verschiedenen Bänke während und kurz vor der Zinswende zu vergleichen, um sich den bestmöglichen Zinssatz zu sichern. Bei Wechsel des Kreditinstituts muss allerdings eine Vermerkung im Grundbuch stattfinden, die nur durch einen Notar vorgenommen werden kann. Zu rechnen ist deshalb mit Notarkosten, die sich in der Regel auf einige hundert Euro berufen, welche im Vergleich zu den erhöhten Zinsen aber meist wenig bis gar nicht ins Gewicht fallen.

Was das Abschließen von Kreditfinanzierungen angeht, heißt es also, sich vor der Zinswende ranzuhalten oder sich über passende Anschlussfinanzierungen zu informieren.

Menü