So verdienen Makler in Europa ihr Geld

Viele Deutsche investieren Jahr für Jahr in Wohneigentum, doch um als Käufer die richtige Immobilie zu finden braucht man in der Regel einen guten Makler und der kostet natürlich Geld. Vergleicht man die verschiedenen Länder Europas, so verlangen deutsche Makler die dritthöchsten Gebühren bei der Vermittlung. An einigen unserer Nachbarländer allerdings könnten sich deutsche Immobilienmakler durchaus eine Scheibe abschneiden.

Nachbarländer erheben weniger Courtage

Vielen Käufern ist gar nicht klar, wofür sie eigentlich eine so hohe Maklergebühr bezahlen müssen. Scheinbar geht es im Beruf des Immobilienmaklers ja nur darum, geeignete Immobilien in Anzeigen online zu stellen und bei Besichtigungsterminen ins rechte Licht zu rücken. Dazu kommt, dass Käufer selbst den Makler oft gar nicht beauftragen, sondern der Eigentümer oder der Vermieter. Die Maklercourtage, die in Deutschland bei durchschnittlich fünf bis sechs Prozent, in Ballungszentren sogar bis zu 7,14 Prozent des Kaufpreises betragen kann, ist vielen potenziellen Käufern also eine Hürde beim Hauskauf, die einen bitteren Beigeschmack mitbringt. Wie ist es möglich, dass Kaufinteressenten in unseren Nachbarländern so auffällig niedrigere Maklergebühren bezahlen als wir? In den Niederlanden oder Großbritannien zahlen Käufer nämlich meist nur ein bis zweieinhalb Prozent Courtage.

Wie schafft Holland das?

Beispielsweise in den Niederlanden gilt laut Gesetz das Bestellerprinzip, das besagt, dass derjenige den Makler bezahlen muss, der ihn auch engagiert hat. Immobilienmakler Don Willems von der holländischen Agentur „VeTeBe“ nennt weitere Gründe, warum die Gebühren, die Käufer hier bezahlen müssen so niedrig sind. Zum einen wird der Markt von Großvermittlern beherrscht. Kleine Maklerbüros, wie sie in Deutschland typisch sind, findet man hier kaum. Zum anderen schreibt er die niedrige Courtage der fortgeschrittenen Digitalisierung des Immobilienmarktes zu. Makler in den Niederlanden arbeiten hauptsächlich über Internetportale, die ähnlich wie das in Deutschland bekannte „Immobilienscout24“ funktionieren. Willems zufolge senkt das die Kosten, die ein Makler auf den Käufer abwälzen muss, um Verluste zu vermeiden. Ein weiterer Grund wird wohl sein, dass die Wohneigentumsquote in den Niederlanden mit 69 Prozent höher ist als in Deutschland, wo nur 51,4 Prozent in den eigenen vier Wänden leben.

Diese Tatsachen wecken in deutschen Käufern natürlich den Wunsch, ebenso geringe Maklergebühren zu bezahlen. Einen wichtigen Schritt in die richtige Richtung macht Bundesjustizministerin Katharina Barley, die sich auch in Deutschland für das Bestellerprinzip bei Immobilienkäufen einsetzt. Bislang ist die Thematik umstritten, zu hoffen bleibt, dass die Politik hier zum Wohle der Käufer entscheidet.

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