Trübe Erwartungen: Nachfrage nach Kaufimmobilien sinkt

Obwohl der Immobilienmarkt in Deutschland derzeit noch gut läuft, beobachten Immobilienprofis eine Abkühlung der Branche. Dem Immobilien-Konjunktur-Index Jahresbericht 2018 vom Internetportal immowelt.de kann entnommen werden, dass die Nachfrage an Kaufimmobilien den niedrigsten Stand seit der Erhebung im zweiten Quartal 2011 aufweist. Die ermittelte Nachfrageerwartung für die Zukunft scheint deutlich geringer als der aktuelle Marktwert.

Preissteigerungen verlangsamen sich

Die Preise von Kaufimmobilien in Deutschlands Großstädten stiegen in den letzten Jahren rapide an. Von 2011 bis 2018 ließ sich in Hamburg eine Steigungsrate von 72 Prozent, in München von 104 Prozent und in Berlin sogar von 125 Prozent beobachten. In Folge dessen war es für Kaufinteressenten mit mittlerem Einkommen schier unmöglich, sich in Städten wie diesen eine Kaufimmobilie zu leisten, obwohl die Zinssätze für Immobilien so gut stehen wie nie zuvor. Immobilienprofis schätzen, dass sich die Preissteigerung auf Grund dessen in den kommenden Jahren verlangsamen wird.

Gleichgewicht von Angebot und Nachfage

Bereits im September 2018 berichtete Immowelt über ein eventuelles Abkühlen des deutschen Immobilienmarktes. Hier wurde der interessante Fakt erwähnt, dass der deutsche Immobilienboom der letzten Jahre mehr von mangelndem Angebot als von hoher Nachfrage an Kaufimmobilien bestimmt wurde. Dieses Verhältnis zwischen Angebot und Nachfrage scheint sich allerdings zu stabilisieren. Durch steigende Baugenehmigungs- und Baufertigstellungszahlen verbesserte sich der Mangel auf der Angebotsseite, die Nachfrageseite bleibt weitestgehend unverändert, was die beiden Seiten weitestgehend ins Gleichgewicht bringt und für ein Abschwächen des Immobilienmarktes spricht. Die von Experten vermutete Zinswende könnte ein weiterer Grund für Stabilisierung zwischen Nachfrage und Angebot für Kaufimmobilien sein. Steigen die Zinsen nämlich an und es ist vorbei mit dem historischen Tief, so muss die Angebotsseite mit den Preisen in die Tiefe gehen, um sich weiterhin interessant für Kaufinteressenten zu machen.

Immobilienprofis stufen 2018 allerdings noch in Hinsicht auf den Gesamtmarkt als positives Jahr ein. Das Interesse an Kaufimmobilien war zwar im vierten Quartal unterdurchschnittlich gering, insgesamt gab es aber einen ganz guten Jahresmittelwert. Die Prognosen für die Zukunft sind laut Immowelt allerdings etwas trüb, was möglicherweise mit der Sorge der Immobilienprofis über die mögliche Einführung des Bestellerprinzips bei Kaufimmobilien einhergeht. Einige Makler zweifeln wiederum an, dass die von Verkäufern geforderten Preise vom Immobilienmarkt überhaupt noch angenommen werden.

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