Typengenehmigung in Musterbauordnung?

In der Automobilbranche ist Typengenehmigung schon lange kein Fremdwort mehr. Vor allem in Ballungsräumen ist bezahlbarer Wohnraum Mangelware. Das ist größtenteils wegen der hohen Zahl an Einwanderern und der Landflucht der Fall. Anlässlich der starken Wohnungsknappheit soll die Erlaubnis, seriell Häuser zu bauen jetzt auch in das Bauwesen verankert werden.

Was bedeutet die Typengenehmigung in der Immobilienwelt?

Eine Typengenehmigung soll vor allem Zeit und Geld sparen. Das Genehmigungsverfahren für seriell und modular errichtete Gebäudemodelle soll vereinfacht werden. Dadurch wird der Wohnungsbau beschleunigt und die Immobilienwelt angekurbelt. Derartige Bauwerke würden sehr viel schneller errichtet werden als herkömmliche Bauten. Durch die Typengenehmigung versprechen sich Bauherren geringere Kosten, was im Anschluss weniger Miete für die Bewohner bedeutet. Die Qualität der Bauten soll natürlich nicht darunter leiden, erneuerbare Energien sollen umgesetzt werden. Um dies zu erreichen soll es für alle Bundesländer die gleiche Baunutzungsverordnung geben. Die Typengenehmigung soll allerdings nicht nur dem Wohnungsbau auf die Sprünge helfen. Auch Büro- und Logistikimmobilien würden profitieren.

Musterbauordnung

Um die Typengenehmigung zu ermöglichen, muss die Baunutzungsverordnung geändert werden. Das Einbringen der Typengenehmigung in die Musterbauordnung (MBO) stellt schon länger eine Forderung von Verbänden der Wohnungs- und Bauwirtschaft dar, bei der nächsten Sitzung der Bauministerkonferenz soll das Thema nun endlich besprochen werden. Die Länderminister der Bauministerkonferenz sehen das Thema zunächst kritisch, wollen aber das „Vereinfachungs- und Beschleunigungspotenzial unter dem Blickwinkel des Wohnungsbaus prüfen“. Einig sind sie sich allerdings darüber, dass das Normenwesen optimiert werden muss, nachdem die Normen sogar als Baubremse entlarvt wurden. Die bisherige Regelung der Typengenehmigung wurde je nach Bundesland anders geregelt. Es wird allerdings immer wieder betont, dass eine Typengenehmigung keine Baugenehmigung ersetzt und dass beides beim zuständigen Bauamt erworben werden muss.

Kostengünstig durch Digitalisierung

Sowohl die neuen Normen als auch die Gesetze müssen allerdings geprüft werden. Hier soll die Digitalisierung der Typengenehmigung unter die Arme greifen. Politiker erhoffen sich durch die konsequente Digitalisierung eine schnellere und kostengünstigere Fertigstellung der seriellen Bauten. Das wachsende Angebot durch die schnellere Immobilienfertigstellung soll außerdem den steigenden Preisen in der gesamten Immobilienwirtschaft entgegenwirken.

Die Hamburger Wohngesellschaft Saga hat die Theorie des Bauens mit Typengenehmigung bereits verwirklicht. Das derzeitige Projekt umfasst 148 Wohnungen mit einem Nettokaltpreis von 6,50€ pro Quadratmeter. 1500 neue Wohnungen will Saga insgesamt durch den Vorteil der Typengenehmigung bauen.

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