Wann ist eine Mietminderung zulässig?

Weist eine Wohnung schwere Mängel auf und der Vermieter unternimmt auch nach mehrmaligem Auffordern nichts dagegen, so ist es durchaus rechtens, dass der Mieter die Miete kürzt, da ein Anspruch auf eine mangellose Wohnsache besteht. Bei Mietminderungen muss allerdings einiges beachtet werden.

Was zählt zu den Mängeln, die eine Mietminderung rechtfertigen?

Eine Mietminderung ist ab dem Zeitpunkt zulässig, ab dem die Wohnung nicht dem vertragsgemäßen Zustand entspricht oder eine vertragsgemäße Nutzung der Mietsache nicht gewährleistet ist. Die Mietsache umfasst sowohl alle Räume der Wohnung, als auch Treppen, Flure, Speicher, Keller und sämtliche Zugänge, sowie technische Anlagen wie Heizung, Aufzug oder Durchlauferhitzer. Doch auch Schimmel oder Lärmbelästigung aus dem Haus oder aus benachbarten Häusern, sowie Bauarbeiten fallen unter den Begriff. Sind also Mängel an der Wohnung, müssen diese vom Vermieter in angemessener Zeit beseitigt werden. Während der Zeit, in der die Mängel bestehen, darf eine Mietminderung erfolgen und es dürfen teile der monatlichen Miete einbehalten werden.

Wie muss vorgegangen werden?

Zunächst einmal müssen Mängel an der Mietsache allerdings nachgewiesen werden. Dies gestaltet sich in manchen Fällen einfacher als in anderen, da eine Lärmbelästigung meist eher subjektiv ist und für jeden ein anderes Ausmaß hat. Empfohlen wird in diesem Fall ein Lärmprotokoll anzufertigen, in dem aufgezeichnet wird, wann und wie lange der Lärm angedauert hat. Im besten Falle findet man Zeugen, die dies unterzeichnen können. Egal um welche Art von Mangel es sich allerdings letzten Endes handelt, der Vermieter muss bei Auftreten des Mangels unverzüglich informiert werden- und zwar schriftlich, um die Benachrichtigung nachweisen zu können. Reagiert der Vermieter pflichtgemäß auf das Schreiben, so hat er grundsätzlich das Recht, die Wohnung zu betreten und den Mangel zu besichtigen, muss sich allerdings vorher ankündigen. Verweigert der Mieter den Zutritt in die Wohnung, so verliert er das Recht auf eine Mietminderung. Ebenfalls unzulässig ist eine Mietminderung übrigens, wenn sich rausstellt, dass der Mieter diese selbst zu verschulden hat.

Wieviel Miete darf einbehalten werden?

Bei der Frage, welches Ausmaß die Mietminderung haben darf, muss immer individuell unterschieden werden. Grundsätzlich wird der einbehaltene Prozentsatz allerdings immer von der Bruttomiete abgezogen, also der Miete inklusive aller Nebenkosten. Die Mietkürzung darf sich allerdings nur auf genau den Zeitraum berufen, in dem der Mangel andauert. Experten raten Mietern, eher weniger als mehr Mietminderung anzusetzen. Schließlich ist das eigentliche Ziel die Behebung der Mängel und nicht ein geringerer Mietpreis.

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