Wann muss die Kaution nicht verzinst werden?

Zu Beginn eines Mietverhältnisses zahlt der Mieter eine gewisse Summe an Kaution. Sie darf höchstens drei Nettokaltmieten betragen und kann in Raten abbezahlt werden, wobei die erste beim Einzug fällig wird. Die Summe der Kaution landet auf einem Kautionskonto, das der Vermieter getrennt von seinen anderen Konten eröffnen muss. Das Geld dient dem Vermieter als Absicherung, sollte der Mieter seine Pflichten nicht erfüllen oder die Mietsache schädigen und nicht reparieren, so ist er berechtigt es einzubehalten. Ansonsten gehört das Geld auf dem Kautionskonto, mitsamt Zinsen weiterhin dem Mieter.

Die Zinsen

Von einer Anlage der Kaution, die hohe Zinsen erwirtschaftet profitieren sowohl Mieter als auch Vermieter. Der Mieter offensichtlich deswegen, weil die Zinsen, die das Kautionskonto einbringt zusätzlich zur bezahlten Kaution nach dem Auszug an ihn zurückgehen. Stehen allerdings noch offene Forderungen aus, darf die Kaution komplett oder teilweise einbehalten werden. In diesem Fall geht der Inhalt des Kautionskontos, inklusive Zinsen an den Vermieter. Da die Zinsen im Moment allerdings ihr historisches Tief erreicht haben, sollten sich beide Parteien nicht allzu hohe Hoffnungen auf einen herausragenden Gewinn machen.

Das Kautionskonto

Dazu muss gesagt werden, dass der Vermieter generell verpflichtet ist, das Geld so anzulegen, dass es verzinst wird. Für das Kautionskonto müssen mindestens die Konditionen gelten, die für Sparanlagen mit dreimonatiger Kündigungsfrist üblich sind. Sparanlagen mit höherer Verzinsung können allerdings jederzeit gewählt werden. Wurde kein ordnungsgemäßes Kautionskonto angelegt, so hat der Vermieter bei Beendigung des Mietverhältnisses die Zinsen aus eigener Tasche nachzubezahlen.

Ausnahmen bestätigen die Regel

Tatsächlich gibt es eine rechtlich wirksame Ausnahme, bei der die Kaution nicht verzinst werden muss. Hat man einen Mietvertrag nämlich vor dem 31.12.1982 geschlossen, so ist der Vermieter zwar verpflichtet das Kautionskonto zu verzinsen, außer aber es wurde im Mietvertrag anders vereinbart. Obwohl zwischenzeitlich eine Gesetzesänderung vorgenommen wurde, so bleiben Verträge, die davor geschlossen wurden von einer verpflichteten Verzinsung befreit. Im Zweifelsfall gilt es also den Uralt-Mietvertrag nach Klauseln zu durchsuchen, die eine Verzinsung der Kaution eventuell ausschließen. Auch in Jugend- und Studentenwohnheimen besteht keine Verzinsungspflicht, auch nach dem Stichtag.

Als Mieter ist man also was die Zinsen und die Sicherheit des Kautionskontos angeht bis auf diese wenigen Ausnahmen gut abgesichert. Besteht der laufende Mietvertrag allerdings lange genug, dass derartige Klauseln noch im Mietvertrag aufgeführt werden durften, so ist dies unbedingt zu überprüfen, um eventuellen Rechtsstreiten bei Ende des Mietverhältnisses vorzubeugen.

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