Wie sich Bewohner vor Einbrechern schützen können

Vor allem bei Abwesenheit wie Urlaub oder Ausflügen bekommen viele durch die Angst vor Einbrechern ein schlechtes Gefühl. Da viele Fälle unaufgeklärt bleiben und die eigenen vier Wände eigentlich Sicherheit und Geborgenheit ausstrahlen sollen, empfiehlt es sich Präventivmaßnahmen zum Schutz vor Einbrechern vorzunehmen. Fachberater Technische Prävention und Berliner Kriminalhauptkommissar Jens Frisch gibt wertvolle Tipps.

Elektronische Einbruchsicherung ist mit Vorsicht zu genießen

Natürlich spielt für Einbrecher der Zeitfaktor eine große Rolle. Je länger das Einbrechen in eine Immobilie dauert, desto häufiger wird es abgebrochen. Nachdem Fritsch Ende vergangenen Jahres die Sicherheitsmesse „Security“ in Essen besuchte, wurde ihm klar, dass es sich bei „Je smarter, desto sicherer“ leider um ein Vorurteil handelt. High-Tech Alarmanlagen und die Vernetzung dieser mit dem eigenen Smartphone schützen leider immer noch nicht vor aufgebrochenen Türen und Fenstern. Deshalb gilt für ihn grundsätzlich: „Mechanik für Elektronik.“ Ganz umsonst sind die technischen Hilfeleistungen aber nicht unbedingt: viele Einbrecher fühlen sich abgeschreckt oder das Umgehen dieser technischen Gadgets kostet so viel Zeit, dass der Einbruch abgebrochen werden muss, weil Gefahr läuft, auf frischer Tat ertappt zu werden.

Mechanische Hilfsmittel und Vermeiden von Verhaltensfehlern

Handanlegen ist in Fritschs Augen also die beste Methode, sein Zuhause vor Einbrechern zu sichern. Eine Maßnahme, die das Aufhebeln von Fenstern erschwert, wäre beispielsweise die Montage von Pilzkopfzapfen. Diese gleiten beim Schließen in eine stählerne Schiene und werden dort festgehalten. Eingangstüren aus Holz, wie sie bei Altbauten oft vorkommen können nachgerüstet werden, indem eine Stahlplatte an die Innenseite befestigt wird, was ein Durchbohren unmöglich macht. Stangen-Riegelschlösser und Hintergreifhaken an beiden Außenseiten der Türblätter sind weitere Gadgets, die Einbrechern Steine in den Weg legen. Gepaart mit dem Vermeiden klassischer Verhaltensfehler bieten diese Sicherheitsmaßnahmen wohl am meisten Schutz vor Einbrechern. Demnach sollten Fenster bei längerer Abwesenheit oder über Nacht vor allem in niedrig gelegenen Stockwerken immer geschlossen und Haus- und Wohnungstüren nicht nur zugezogen, sondern auch abgesperrt werden. In der Vergangenheit gab es Fälle, in denen Versicherer wegen „grober Fahrlässigkeit“ keine Haftung übernahmen, wenn Fenster nachweislich gekippt waren. Dies gilt es also unbedingt zu vermeiden.

Eine weitere Methode, Einbrecher auch bei längerer Abwesenheit abzuschrecken ist den Eindruck zu hinterlassen, das Haus oder die Wohnung sei genau in diesem Moment bewohnt. Dies wird zum Beispiel möglich, wenn Zeitschaltuhren in Fluren oder Bewegungsmelder für Lampen installiert werden. Zudem gibt es im Fachhandel einige Helfer wie elektronisches Hundegebell oder kleine Geräte zu kaufen, die das Flimmern eines Fernsehers mit kleinen LED-Lampen simulieren. Experten zufolge sind diese weitaus effektiver als Kamera Attrappen, da Einbrecher mit geübtem Auge diese meist schnell entlarven.

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