Wo lebt man am Besten?

Laut dem Lebensqualitäts-Index geht es uns in Deutschland sehr gut, Studien zufolge sind die Schwankungen der Zufriedenheit innerhalb Deutschlands allerdings durchaus erwähnenswert. Die Unterschiede sind sowohl zwischen Nord und Süd als auch zwischen Ost und West vorhanden, obwohl sie sich laut Experten (wenn auch langsam) anzugleichen scheinen. Welche Faktoren spielen aber außer schöner Landschaft und Nähe zur Familie in die Zufriedenheit mit dem Wohnort?

Gehalt

Natürlich ist ein ordentliches Gehalt für viele der Schlüssel zum persönlichen Glück. Welche Auswirkungen hat es aber auf die Wahl des Wohnortes? Fakt ist, dass die Gehälter der Deutschen je nach Lage variieren. Vergleichsweise verdient ein Single im Südwesten mit dem Mittleren Einkommen rund 50 Prozent mehr als ein Single im Osten oder im Ruhrgebiet. Ob ein besseres Leben mit diesen Werten steht und fällt ist allerdings fraglich. Bei den Zahlen handelt es sich nämlich um ein rechnerisches Mittelmaß, in dem die Haushaltsgruppen der Höchst- und Geringverdiener pro Wohnort genau gleich groß sind.

Lebensstandard

Zusätzlich variieren die Lebenshaltungskosten je nach Wohnort so stark, dass ein Vergleich allein nach Gehältern kaum möglich ist. Vergleicht man Singles, die in verschiedenen Städten in einer 50-Quadratmeter-Wohnung leben, so wohnen die Berliner am günstigsten, da im Durchschnitt 22,7 Prozent des Nettoeinkommens für die Miete abfallen. Die Mieten sind in Gelsenkirchen zwar günstiger, die Verdienste sind allerdings geringer, weshalb hier 24,6 Prozent des Gehalts die Miete ausmachen. Hamburg und Potsdam sind nach dieser Rechnung eher teure Wohnorte mit jeweils 41,1 beziehungsweise 45,2 Prozent. Familien mit einem Einkommen trifft es noch teurer. Auch hier gilt Berlin als der günstigste Wohnort, 49,4 Prozent des monatlichen Verdienstes entsprechen der Miete. Trotzdem muss angemerkt werden, dass die von Experten empfohlene Obergrenze von 30 Prozent auch hier überschritten wird. Der teuerste Wohnort ist München, und zwar mit Abstand. Hier zahlen Alleinstehende 62,7 Prozent ihres Gehaltes für die Miete, Familien mit einem Einkommen sogar bis zu 143,7 Prozent.

Mieten im Vergleich

In den vergangenen sechs Jahren stieg die Miete in Deutschlands Wohnorten im Durchschnitt um 15 Prozent an, in einigen Städten um einiges mehr als in anderen. Rostock, Heidelberg und Jena zeigten die geringste Steigung des Mietpreises auf, doch auch Hamburg, Chemnitz und Karlsruhe bleiben bei unter fünf Prozent Mieterhöhung. Das andere Ende der Skala bilden Wolfsburg, Augsburg und Heilbronn mit 21-23 Prozent Anstieg. Auffällig ist hier die Nähe zu größeren Ballungszentren, so wählen beispielsweise Pendler, die in München arbeiten häufig Augsburg als Wohnort. Unterm Strich gelten Frankfurt und München als die teuersten Städte, Chemnitz und Bremerhaven als die günstigsten.

Wo wir wie gut leben, hängt also nicht nur vom monatlichen Einkommen ab, sondern größtenteils davon, wieviel die Miete prozentual gesehen am günstigsten ist. Wägt man also die Vor- und Nachteile eines zukünftigen Wohnortes ab, ist dieser Faktor auf jeden Fall zu beachten.

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